Ergebnisse, Produktion/Absatz

Europas fĂŒhrende Banken rĂŒcken US-Konkurrenz nĂ€her

07.04.2024 - 11:10:41

Europas fĂŒhrende Banken haben im vergangenen Jahr dank gestiegener Zinseinnahmen zur US-Konkurrenz aufgeschlossen.

Die europĂ€ischen Großbanken hĂ€tten bei einigen SchlĂŒssel-Kennzahlen deutlich aufgeholt im Vergleich zu ihren Wettbewerbern, erlĂ€uterte EY-Partner Ralf Eckert. "Sie konnten vom deutlichen Anstieg und der Normalisierung der Zinsen ĂŒberdurchschnittlich profitieren und ihren Gewinn deutlich stĂ€rker erhöhen als amerikanische Institute."

Nach den Berechnungen des Beratungsunternehmens stieg der Nettogewinn der nach Bilanzsumme zehn grĂ¶ĂŸten Banken in Europa, zu denen die Deutsche Bank DE0005140008 als einziges deutsches Institut zĂ€hlt, im vergangenen Jahr um 29 Prozent auf insgesamt fast 100 Milliarden Euro. Es war den Angaben zufolge der mit Abstand höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Die zehn grĂ¶ĂŸten US-Institute erzielten in der Summe einen Nettogewinn von umgerechnet rund 146 Milliarden Euro, ein Plus von rund vier Prozent im Jahresvergleich.

Absoluter Spitzenreiter beim Konzernergebnis war die US-Bank JPMorgan US46625H1005 Chase mit knapp 45 Milliarden Euro, gefolgt von der Schweizer Großbank UBS CH0244767585 mit gut 26 Milliarden Euro.

Bei der ProfitabilitĂ€t konnten die europĂ€ischen Großbanken den Angaben zufolge erstmals in einem Gesamtjahr mit der US-Konkurrenz gleichziehen. Die Eigenkapitalrendite (Return on Equity/RoE) der zehn in der Auswertung berĂŒcksichtigen europĂ€ischen GeldhĂ€user lag zum 31. Dezember 2023 bei 10,9 Prozent. Die US-Institute kamen demnach unverĂ€ndert auf 11 Prozent. Die Eigenkapitalrendite setzt den Gewinn ins VerhĂ€ltnis zum eingesetzten Eigenkapital und zeigt somit, wie effizient ein Unternehmen dieses Geld eingesetzt hat.

US-Institute spĂŒren Flaute bei BörsengĂ€ngen und Übernahmen

Zwar profitierten EY zufolge auch die US-Großbanken von gestiegenen Zinseinnahmen. Weil bei ihnen das GeschĂ€ft mit BörsengĂ€ngen sowie Übernahmen und Fusionen aber eine grĂ¶ĂŸere Rolle als bei den europĂ€ischen Wettbewerbern spiele, hĂ€tten die US-Institute stĂ€rker unter den RĂŒckgĂ€ngen in diesem Bereich gelitten.

An der Börse sind die US-Schwergewichte allerdings nach wie vor deutlich mehr wert als die fĂŒhrenden Banken Europas: WĂ€hrend die zehn US-Banken zum 31. Dezember 2023 auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet insgesamt rund 1,32 Billionen Euro kamen, summierte sich der Börsenwert der zehn Banken aus Europa auf rund 551,6 Milliarden Euro.

In den ersten Monaten des laufenden Jahres vergrĂ¶ĂŸerte sich EY zufolge der Abstand sogar noch (Stichtag: 15. MĂ€rz). Der Börsenwert der fĂŒhrenden europĂ€ischen Institute stieg um 2 Prozent auf insgesamt 560 Milliarden Euro. Die US-Konkurrenz verzeichnete ein Plus von 8 Prozent auf 1,43 Billionen Euro.

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