Europa Schluss: Ăberwiegend schwach nach Israels Iran-Angriff
13.06.2025 - 18:18:11Experten sprachen von Sorgen vor einer Zuspitzung der Lage im Nahen und Mittleren Osten, da der Iran nicht nur ein groĂes Ălförderland sei, sondern auch wichtige Transportwege kontrolliere. Entsprechend herrsche Verunsicherung, da eine weitere Eskalation auch fĂŒr die Weltwirtschaft belastende Folgen habe, sagte Chefvolkswirt Ulrich Kater von der Dekabank in Frankfurt. Entsprechend sensibel reagieren nicht nur die Ălpreise, sondern auch die globalen RisikomĂ€rkte.
Der Leitindex der Euroregion, der EuroStoxx 50 EU0009658145, beendete den Handel 1,31 Prozent tiefer auf 5.290,47 Punkte. AuĂerhalb des Euroraums verlor der Schweizer Leitindex SMI CH0009980894 1,44 Prozent auf 12.146,02 Punkte. Der Londoner FTSE 100 GB0001383545 hielt sich mit minus 0,39 Prozent auf 8.850,63 ZĂ€hler etwas besser. Ihn stĂŒtzten vor allem die Ălwerte.
Marktteilnehmer Ă€uĂerten sich insgesamt besorgt. Die EinschĂ€tzungen zur Lage in Nahost fielen zugleich unterschiedlich aus. So warnte Anleiheexperte Mark Dowding von der Fondsgesellschaft RBC BlueBay Asset Management: "Die neue Situation hat das Potenzial zu eskalieren", er hĂ€lt aktuell aber einen gröĂeren Krieg in der Region fĂŒr unwahrscheinlich.
Die Experten der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg (LBBW) schrieben, dass diese militĂ€rische Auseinandersetzung eine andere QualitĂ€t als bisherige Aktionen habe und "nicht so schnell abgerĂ€umt sein dĂŒrfte, auch oder gerade weil die SchutzmĂ€chte USA und Russland bzw. China es bei Ermahnungen belassen".
Dagegen bezweifelte Sören Hettler, Leiter Anlagestrategie und Privatkunden der DZ Bank, dass die erneute Eskalation nachhaltige Auswirkungen an den weltweiten FinanzmĂ€rkten hinterlassen werde. "Einerseits dĂŒrfte die iranische FĂŒhrung kaum an einer anhaltenden und umfĂ€nglichen militĂ€rischen Auseinandersetzung mit Israel interessiert sein. Andererseits haben sich Marktteilnehmer in den vergangenen Jahren zunehmend an die Spannungen in der Region gewöhnt."
Das europĂ€ische Branchentableau spiegelte die aktuelle Situation wider: An der Spitze lagen die Ălwerte, die vom deutlichen Anstieg der Ălpreise profitierten, wĂ€hrend Aktien aus der Reisebranche oder auch die konjunktursensiblen Autowerte unter Druck gerieten.
Shell GB00BP6MXD84 und BP GB0007980591 legten in London um 0,6 Prozent und 1,5 Prozent zu. Eni IT0003132476 gewannen im EuroStoxx 1,0 Prozent. Unter den Fluggesellschaften sanken dagegen etwa Air France-KLM FR001400J770 um 4,7 Prozent. Mit Blick auf die Papiere des Automobilsektors bĂŒĂten Stellantis NL00150001Q9 als Schlusslicht im EuroStoxx 3,4 Prozent ein, gefolgt von Ferrari NL0011585146 mit minus 2,8 Prozent.
Im schwachen Gesamtmarkt konnten sich auch Novo Nordisk DK0062498333 nicht im Plus halten. Die Aktie, die im Tagesverlauf zeitweise um mehr als 2 Prozent gestiegen war und damit wieder den höchsten Börsenwert in Europa erreicht hatte, gab letztlich um 0,6 Prozent nach.
Das dĂ€nische Pharmaunternehmen will seinen Wirkstoff Amycretin zur Regulierung von Ăbergewicht in die fortgeschrittenen Testphasen ĂŒberleiten, nachdem die Zulassungsbehörden sich positiv geĂ€uĂert hatten. Die Aktie hatte in den vergangenen Wochen bereits von einem Bericht der "Financial Times" profitiert, wonach der Hedgefonds Parvus Asset Management eine Beteiligung an Novo aufgebaut hat.

