Börsen/Aktien, Spanien

Aktien Europa: Leichte Verluste - Banken schwach, Immobilien gefragt

28.03.2025 - 12:06:20

Europas wichtigste AktienmÀrkte haben am Freitag erneut leicht nachgegeben.

Damit setzte sich die Konsolidierung fort. Der EuroStoxx 50 EU0009658145 sank gegen Mittag um 0,55 Prozent auf 5.351,44 Punkten.

Außerhalb des Euroraums tendierte der britische FTSE 100 GB0001383545 kaum verĂ€ndert, wĂ€hrend der Schweizer SMI CH0009980894 ebenfalls auf der Stelle trat

Am Markt ist weiterhin Verunsicherung spĂŒrbar. "Nach dem ersten Zoll-Beben an den AktienmĂ€rkten bleibt die NervositĂ€t zum Wochenschluss spĂŒrbar", hieß es in einer EinschĂ€tzung von Index Radar. "Zwar bestehen gute Chancen, dass sich die USA und Europa mittelfristig auf einen Kompromiss verstĂ€ndigen, den Trump als Erfolg verkaufen kann, doch die MĂ€rkte bleiben skeptisch."

StĂ€rkster Sektor waren die Immobilienwerte. Die zinssensiblen Titel reagierten damit auf gĂŒnstige Inflationssignale. In Frankreich verharrte die Teuerung ĂŒberraschend auf dem tiefsten Stand seit vier Jahren, in Spanien schwĂ€chte sie sich im MĂ€rz deutlich ab. Das passte zu jĂŒngsten Aussagen des VizeprĂ€sidenten der EuropĂ€ischen Zentralbank. "Luis de Guindos wies darauf hin, dass fĂŒr den Euroraum die AbwĂ€rtsrisiken die Konjunkturaussichten dominierten", hieß es von der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg. "Das klingt nach einem Bekenntnis zu weiteren Zinslockerungen."

Dies kam auch Versorgern und Telekomwerten entgegen. Die Gewinne beider Sektoren zeugten einerseits von der anhaltenden Vorsicht der Anleger angesichts von Zollstreit und Konjunkturrisiken. Andererseits gelten Aktien aus beiden Sektoren wegen der vergleichsweise hohen und stabilen Dividenden als anleiheÀhnlich, weshalb sie von Zinslockerungen profitieren. Im Gegenzug standen Bankaktien wegen der Zinsaussichten unter Druck. Sie waren aber auch bis zuletzt besonders stark gelaufen.

Etwas fangen konnten sich die gefallenen Autowerte. Hier knĂŒpften Ferrari an die Vortagesgewinne an. Die Analysten von Barclays und Kepler hatten den Wert hochgestuft. Trotz der von US-PrĂ€sident Trump angekĂŒndigten hohen Zölle fĂŒr Importe von Autos und Autoteilen hatte der Sportwagenbauer seine Finanzziele fĂŒr das laufende Jahr am Donnerstagnachmittag bestĂ€tigt.

Unter den Schweizer Standardwerten stiegen Adecco CH0012138605 nach einer Kaufempfehlung durch Goldman Sachs um 2,4 Prozent.

Aktien des Computerspielanbieters Ubisoft Entertainment kletterten um 8,6 Prozent. Die chinesische Tencent soll fĂŒr ĂŒber eine Milliarde Euro 25 Prozent an einer neuen Tochtergesellschaft der Franzosen erhalten, in die wichtige Marken wie die Spiele Assassin?s Creed und Far Cry ausgelagert werden sollen./mf/mis

Auch Finanzdienstleister standen unter Druck. Hier fielen Aktien des Schwergewichts UBS CH0244767585 mit 3,5 Prozent Abschlag auf. Die Bank of America US0605051046 hatte den Daumen gesenkt und die Einstufung von "Neutral" auf "Underperform" gesenkt.

Eher optischer Natur waren dagegen die Verluste des Pharmasektors. Aktien von Roche CH0012032048 sanken zwar um 3,2 Prozent, doch wurde hier die Dividende von 9,70 Franken je Anteil abgezogen. Andere defensive Sektoren wie Versorger und Nahrungsmittelproduzenten hielten sich ungleich besser. So legten etwa Nestle CH0038863350 um 0,3 Prozent zu.

Spitzenreiter waren indes die Einzelhandelswerte. Der ModehĂ€ndler H&M SE0000106270 war zwar schwĂ€cher in das neue GeschĂ€ftsjahr gestartet als vom Unternehmen ursprĂŒnglich vorgesehen. Trotzdem gewann die Aktie 1,4 Prozent. Die Analysten des Investmenthauses Jefferies wiesen darauf hin, dass das GeschĂ€ft im MĂ€rz bislang gut verlaufen sei. Noch stĂ€rker nach oben ging es mit der Aktie von Next, die um 1,8 Prozent anzog. Die Analysten der Deutschen Bank sprachen von erneut starken Zahlen.

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