Börsen/Aktien, Börsenschluss

Europa Schluss: EuroStoxx fÀllt - US-China-Fortschritte perlen ab

11.06.2025 - 18:32:19

Europas wichtigste AktienmÀrkte haben am Mittwoch zumeist leichte Verluste verbucht.

Vermeldete Fortschritte in den HandelsgesprĂ€chen zwischen den USA und China sowie US-Inflationsdaten brachten in Europa keinen Schub, auch wenn die US-Börsen moderat zulegten. Zuletzt waren bereits Stimmen lauter geworden, dass die Luft fĂŒr weitere Kursgewinne in Europa dĂŒnner wird. Schließlich haben die hiesigen Indizes in diesem Jahr deutlich mehr gewonnen als ihre GegenstĂŒcke aus New York.

Beim EuroStoxx 50 EU0009658145 ging das jĂŒngste Auf und Ab mit einem nun etwas deutlicheren Abschlag von 0,41 Prozent auf 5.393,15 Punkte weiter. Dabei erreichte der Eurozonen-Leitindex zum Handelsschluss sein Tagestief, das auch den niedrigsten Stand seit Donnerstag bedeutete. Erstmals seit Anfang Mai rutschte er wieder unter die 21-Tage-Linie. Diese stellt einen beliebten, kurzfristigen Trendindikator dar.

Außerhalb des Euroraums gab der Schweizer SMI CH0009980894 um 0,29 Prozent auf 12.315,81 Punkte nach. In London allerdings hielt sich der FTSE 100 GB0001383545 knapp in der Gewinnzone. Am Ende konnte der britische Leitindex 0,13 Prozent auf 8.864,35 ZĂ€hler zulegen.

China und die USA haben sich nach Angaben von US-PrÀsident Donald Trump bei den HandelsgesprÀchen in London grundsÀtzlich auf einen Abbau von ExportbeschrÀnkungen bei seltenen Erden verstÀndigt. Die formelle Zustimmung durch ihn selbst und Chinas Staatschef Xi Jinping stehe noch aus, dÀmpfte Trump auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social jedoch etwas die Freude.

Die US-Verbraucherpreise zeigten unterdessen, dass der Anstieg im Vergleich zum Vormonat weniger deutlich ausfiel als erwartet. "Auch wenn sich die Inflationsrate freundlich prĂ€sentiert, wird in sieben Tagen nicht mit einer Leitzinssenkung zu rechnen sein", gab es auch hier einen dĂ€mpfenden Kommentar des NordLB-Experten Constantin LĂŒer. Die WĂ€hrungsĂŒter dĂŒrften weiter dem Mantra folgen, dass erst einmal mehr Daten erforderlich seien, um eine Verstetigung der Entwicklung zu sehen.

In der Sektorenwertung waren die Gewinner am Ende rar, eindeutig zulegen konnte der 0,4 Prozent höhere Versorgersektor. Analyst Bartlomiej Kubicki von Bernstein Research verwies auf anziehende Strompreise in Frankreich nach Berichten ĂŒber Abnutzungserscheinungen in einem französischen Kernkraftwerk.

Der grĂ¶ĂŸte Ausreißer nach unten waren die Einzelhandelswerte, die unter den Verlusten von Inditex ES0148396007 nach Zahlen zum ersten Quartal litten. Mit einem Abschlag von 4,4 Prozent waren die Aktien des ModehĂ€ndlers denn auch das Schlusslicht im EuroStoxx.

Die Analysten von RBC bezeichneten das Inditex-Zahlenwerk als enttĂ€uschend. Sowohl Umsatz als auch operativer Gewinn (Ebit) hĂ€tten die Erwartungen etwas verfehlt. Auch die Angaben zur jĂŒngsten GeschĂ€ftsentwicklung hĂ€tten den Erwartungen nicht ganz entsprochen. Die Analysten der Deutschen Bank verwiesen beim Ausblick des Unternehmens auf einen verstĂ€rkt negativen Einfluss der Wechselkurse.

Ansonsten kamen grĂ¶ĂŸere Kursbeweger aus London. Dort schnellten die Aktien von Ricardo GB0007370074 um 26 Prozent hoch wegen einer Übernahmeofferte. Das kanadische Beratungsunternehmen WSP Global will 430 Pence fĂŒr jede Aktie des Ingenieurdienstleisters zahlen und kann dabei auf die UnterstĂŒtzung des Managements bauen. Diesem Betrag nĂ€herte sich der Kurs mit letztlich 422 Pence.

Die Anteile von Ibstock GB00BYXJC278 dagegen brachen in London um 15 Prozent ein. Höhere UmsĂ€tze im ersten Halbjahr wurden bei dem Baustoffhersteller ĂŒberlagert von einer Warnung vor Margendruck.

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