Börsen/Aktien, Börsenschluss

Europa Schluss: Deutliche Verluste nach gutem Wochenauftakt

12.11.2024 - 18:26:50

Europas wichtigste AktienmĂ€rkte haben die Gewinne vom Wochenauftakt am Dienstag schon wieder mehr als eingebĂŒĂŸt.

Unsicherheiten ĂŒber die wirtschaftspolitischen Folgen der Regierung des kĂŒnftigen US-PrĂ€sidenten Donald Trump belasteten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 fiel um 2,25 Prozent auf 4.744,69 Punkte auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten. Am Nachmittag nahm der Druck auf die Kurse immer mehr zu.

Damit entkoppeln sich die Börsen Europas und der USA zunehmend. WÀhrend es in New York und an der Nasdaq zuletzt immer wieder Rekorde gab, richten die europÀischen MÀrkte ihren Blick eher nach unten.

Der schweizerische Leitindex SMI CH0009980894 fiel um 1,60 Prozent auf 11.712,09 ZĂ€hler. FĂŒr den britischen FTSE 100 GB0001383545 ging es um 1,22 Prozent auf 8.025,77 Punkte nach unten.

Die Unsicherheit an den MĂ€rkten spiegelte sich in den jĂŒngsten ZEW-Konjunkturerwartungen wider. Diese hatten sich unerwartet eingetrĂŒbt. "Die ZurĂŒckhaltung der Experten ist angebracht, denn mit der Wahl von Donald Trump steigt die Unsicherheit", stellte Volkswirt Michael Herzum von der Fondsgesellschaft Union Investment fest. "Die Herausforderungen fĂŒr das Wachstum in Europa und Deutschland waren bereits groß - unter dem Licht einer Trump-PrĂ€sidentschaft dĂŒrften sie noch grĂ¶ĂŸer werden."

Verluste erlitten exportorientierte Branchen wie Rohstoffe, Chemie und Luxus. Aktien des Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer DE000BAY0017 sackten nach Zahlen um fast 15 Prozent ab. Ein weiterhin trĂ€ges AgrargeschĂ€ft mit schwachen Glyphosat-VerkĂ€ufen stimmt das Unternehmen vorsichtiger fĂŒr das laufende Jahr.

Der Telekomsektor litt unter den Verlusten von Vodafone GB00BH4HKS39. Nach Quartalszahlen sackte die Aktie um rund 8 Prozent ab. Das Deutschland-GeschĂ€ft des britischen Telekomkonzerns sei wie befĂŒrchtet schwach ausgefallen, schrieb Analyst Polo Tang von UBS. Wegen einer GesetzesĂ€nderung muss der Telekommunikationsanbieter zudem erhebliche Einbußen in seinem FernsehgeschĂ€ft hinnehmen.

Nicht ganz so schlimm sah es bei einem anderen britischen Unternehmen aus. Eine hohe Nachfrage vor allem nach Medikamenten gegen Krebs und seltene Krankheiten sorgte bei dem Pharmakonzern Astrazeneca GB0009895292 fĂŒr wachsenden Optimismus mit Blick auf die Jahresziele. Der Kurs schloss wenig verĂ€ndert.

@ dpa.de | CH0009980894 BöRSEN/AKTIEN