Aktien Europa: Ăberwiegend Gewinne vor Hintergrund der Nahost-Krise
15.04.2024 - 12:10:20Eine Ausnahme bildete die Londoner Börse, die vor allem unter schwĂ€cheren Ăl- und Rohstoffwerten litt.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 notierte gegen Mittag 0,82 Prozent höher bei 4995,55 Punkten. Der französische Cac 40 FR0003500008 stieg um 0,65 Prozent auf 8063,25 ZÀhler. Dagegen fiel der britische FTSE 100 GB0001383545 um 0,45 Prozent auf 7959,39 Punkte.
Laut den Investment-Experten von Index-Radar ist die NervositÀt auf dem Parkett nach dem Angriff des Iran gegen Israel erheblich gestiegen. "Auch wenn die Geopolitik kurzfristig das dominierende Thema ist, bleibt das Basisszenario des Marktes eine rasche diplomatische Lösung und keine weitere Eskalation", so Index-Radar.
Bleibe die Attacke ohne militĂ€rische Antwort Israels, wĂŒrde sich das Risiko eines FlĂ€chenbrandes im Nahen Osten merklich reduzieren, glaubt Kapitalmarktstratege JĂŒrgen Molnar von RoboMarkets. "Allein die bewiesene VerteidigungsfĂ€higkeit sendet ein klares Signal an die gesamte Region, dass die Sicherheit des Landes nicht so ohne weiteres in Gefahr gebracht werden kann. Die mehrheitlich positiven Reaktionen an den Börsen signalisierten aber, dass die Anleger auf einen Erfolg der nun laufenden diplomatischen BemĂŒhungen setzten.
Aus Branchensicht standen Rohstoffwerte und vor allem Aktien aus dem Ăl- und Gassektor am meisten unter Druck. Sie litten unter sinkenden Ălpreisen, nachdem die USA die Regierung Israels auf die Risiken einer Eskalation hingewiesen und dazu angehalten hatten, einen möglichen Schlag gegen den Iran und dessen Folgen sorgfĂ€ltig abzuwĂ€gen. Am Freitag waren die Ălpreise wegen der Sorgen vor einem Krieg zwischen Israel und dem Iran auf den höchsten Stand seit Herbst 2023 gestiegen.
Entsprechend gehörten die Aktien von BP GB0007980591, Shell GB00BP6MXD84, Eni IT0003132476 und Totalenergies FR0000120271 mit Verlusten zwischen 1,1 und 2,9 Prozent zu den europaweit schwÀchsten Papieren.
Zu den gefragtesten Branchen gehörten Autowerte. Laut einer Untersuchung der PrĂŒfungs- und Beratungsgesellschaft EY haben die weltweit gröĂten Autokonzerne 2023 bei Umsatz und Gewinn Rekorde aufgestellt. Im Schlussquartal habe es in der Branche aber Bremsspuren gegeben, hieĂ es. Die Titel von Stellantis NL00150001Q9 gewannen 2,7 Prozent.
Die Aktien von Logitech CH0025751329 bĂŒĂten 2,9 Prozent ein, nachdem die Analysten von Morgan Stanley die Titel des Herstellers von Computerzubehör von "Equal Weight" auf "Underweight" herabgestuft hatten. Morgan Stanley geht davon aus, dass Logitech nun vor einer Phase mit geringeren Wachstumsraten steht.
Die Anteilscheine von ISS DK0060542181 schnellten um 6,6 Prozent nach oben. Die Investmentbank Goldman Sachs hatte die Papiere des GebÀudedienstleisters von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 150 auf 160 dÀnische Kronen erhöht.

