Fahrrad-Sicherheitskampagne bis Ende 2026 verlÀngert
29.04.2026 - 06:02:23 | boerse-global.deDie Behörden reagieren nun mit einer verlÀngerten PrÀventionskampagne.
Die Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) haben gemeinsam mit BerufsverbĂ€nden die Initiative âSicher zur Arbeit mit dem Radâ bis zum 31. Dezember 2026 verlĂ€ngert. Grund sind alarmierende Zahlen des Statistischen Bundesamtes: Im Jahr 2025 starben 462 Menschen bei FahrradunfĂ€llen â ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren.
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Pedelec-Boom treibt Unfallzahlen in die Höhe
Besonders besorgniserregend: 217 der tödlich VerunglĂŒckten waren auf Pedelecs unterwegs. WĂ€hrend die Gesamtzahl der ArbeitsunfĂ€lle 2025 auf ein Rekordtief von 730.598 fiel, stiegen die gemeldeten WegeunfĂ€lle auf 175.140. Experten sehen einen klaren Zusammenhang mit der wachsenden Beliebtheit von E-Bikes im Berufsverkehr.
Laut der Unfallstatistik wurden 2025 mehr als 93.000 Radfahrer und Pedelec-Fahrer im StraĂenverkehr verletzt. Ăltere Menschen sind besonders gefĂ€hrdet: Fast 62 Prozent der tödlich VerunglĂŒckten waren 65 Jahre oder Ă€lter. Bei Pedelec-Fahrern liegt dieser Anteil sogar bei ĂŒber 67 Prozent.
Doch nicht nur ZusammenstöĂe mit Autos sind gefĂ€hrlich. Eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) aus MĂ€rz 2026 zeigt: Viele UnfĂ€lle sind sogenannte âAlleinunfĂ€lleâ. Sie entstehen durch InfrastrukturmĂ€ngel wie StraĂenbahnschienen, hohe Bordsteine oder rutschige Fahrbahnen durch Laub und Splitt.
Pflichten fĂŒr Arbeitgeber werden strenger
Der Trend zum Dienstrad stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Nach deutschem Arbeitsrecht gelten betrieblich genutzte FahrrĂ€der â auch LeasingrĂ€der â als Arbeitsmittel nach DGUV Regel 70. Das bringt klare Pflichten mit sich:
- GefĂ€hrdungsbeurteilung fĂŒr jedes Dienstrad
- Fahrerunterweisung vor der ersten Nutzung, danach jÀhrliche Auffrischung
- Arbeitsmedizinische Vorsorge bei S-Pedelecs oder LastenrÀdern
Wer diese Pflichten vernachlĂ€ssigt, riskiert im Ernstfall nicht nur BuĂgelder, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen bei schweren UnfĂ€llen.
Um die gesetzliche Unterweisungspflicht effizient zu erfĂŒllen, können Verantwortliche auf praxisnahe Vorlagen zurĂŒckgreifen. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt, wie Sie Ihre Mitarbeiter rechtssicher unterweisen und die Teilnahme zeitsparend dokumentieren. Anleitung & Vorlage zur Erstunterweisung kostenlos herunterladen
âVision Zeroâ: Der Kampf um die Verkehrswende
Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) nutzt die neuen Unfallzahlen fĂŒr eine offensive Forderung: âTempo 30â soll zur Regel in StĂ€dten werden, Tempo 50 zur Ausnahme. Besonders Kreuzungen seien neuralgische Punkte â hier fordern die Radaktivisten âgeschĂŒtzte Kreuzungenâ mit baulichen Trennungen zwischen Auto- und Radverkehr.
Diese Forderungen passen zur âVision Zeroâ-Strategie der EU-Kommission und deutscher Behörden: Bis 2050 sollen keine Verkehrstoten mehr auf deutschen StraĂen zu beklagen sein. Die Strategie setzt auf eine âverzeihendeâ Infrastruktur, die menschliche Fehler nicht tödlich enden lĂ€sst.
Technik und Verhalten: Zwei SĂ€ulen der Sicherheit
Neben Infrastruktur und Regulierung spielen technische Innovationen eine wachsende Rolle. Antiblockiersysteme (ABS) fĂŒr E-Bikes werden in Premiumsegmenten immer hĂ€ufiger. Moderne Beleuchtungssysteme mit Fernlicht und Bremslicht verbessern die Sichtbarkeit im dichten Stadtverkehr.
FĂŒr Motorradfahrer bleibt hochwertige Schutzkleidung das A und O. Die PrĂ€ventionskampagnen konzentrieren sich zudem auf die BekĂ€mpfung von Ablenkung durch Smartphones â denn beim Zweirad gibt es keine Knautschzone.
Ausblick: Strengere Kontrollen erwartet
Die VerlÀngerung der Kampagne bis 2026 markiert einen Wendepunkt in der deutschen Verkehrspolitik. WÀhrend E-Bikes Klimaziele und Gesundheit fördern, zeigen die Unfallzahlen: Infrastruktur und Sicherheitstraining hinken dem Boom hinterher.
In den kommenden Monaten dĂŒrften Unternehmen verstĂ€rkt in die Pflicht genommen werden. Mit umfangreichen Materialien â von Filmen ĂŒber Seminare bis zu digitalen Trainingsmodulen â stellen DGUV und DVR die Weichen fĂŒr eine neue Sicherheitskultur im Radverkehr. Ob die Kombination aus Technik, strengeren Regeln und besserer Infrastruktur die steigende Unfallkurve stoppen kann, wird sich zeigen.
