VERMISCHTES, Familien

VERMISCHTES: Familien immer stÀrker von Wohnungslosigkeit gefÀhrdet

09.09.2024 - 15:18:34

Familien sind einem Expertenbericht zufolge immer stÀrker davon bedroht, ihr Zuhause zu verlieren.

Bei elf Prozent der Personen, die sich in WohnungsnotfÀllen an nicht kommunale Hilfseinrichtungen gewendet hÀtten, lebten Kinder mit im Haushalt, wie aus dem Jahresbericht 2022 der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) hervorgeht. Das sei ein neuer Höchststand. Unter den Hilfesuchenden mit Kindern seien etwa gleich viele Paare und Alleinerziehende gewesen.

FĂŒr den Bericht wurden Daten von ĂŒber 38.200 Klientinnen und Klienten aus 227 Einrichtungen und Diensten der freien TrĂ€ger ausgewertet.

NĂ€chte auf der Straße

Daneben haben dem Papier zufolge immer mehr junge Menschen keine Wohnung oder laufen Gefahr, ihre Wohnung zu verlieren. Rund 16 Prozent der Klientinnen und Klienten, die sich 2022 in WohnungsnotfÀllen an Einrichtungen und Dienste nicht kommunaler TrÀger wendeten, waren unter 25 Jahre alt.

Besorgniserregend sei dabei, wie viele junge Menschen vor Hilfebeginn schon mindestens eine Nacht auf der Straße verbracht hĂ€tten. Bei den 18- bis 25-JĂ€hrigen war es dem Bericht zufolge knapp jeder siebte Klient (fast 13 Prozent). Bei den unter 18-JĂ€hrigen habe der Anteil gar bei 16 Prozent gelegen. Unter den jungen Menschen in Wohnungsnot finden sich besonders viele Frauen.

Teils gefÀhrliche Arrangements mit Bekannten

Zwar komme etwa die HĂ€lfte der wohnungslosen jungen Menschen bei Freunden oder Bekannten unter, was zunĂ€chst harmlos klinge, erklĂ€rte Sarah Lotties, Fachreferentin fĂŒr Statistik und Dokumentation. Doch solche Arrangements bedeuteten fĂŒr die Wohnungslosen oft ein Leben in Unsicherheit - oder gar gefĂ€hrliche AbhĂ€ngigkeitsverhĂ€ltnisse, etwa wenn die Unterkunft nur im Gegenzug fĂŒr sexuelle GefĂ€lligkeiten bereitgestellt werde. "Die Not dieser wohnungslosen jungen Menschen ist nicht auf den Straßen sichtbar, aber sie ist genauso schwerwiegend."

Lösungsansatz der BAG W: Es brauche unbedingt mehr bezahlbaren Wohnraum sowie gute kommunale Gesamtkonzepte mit leicht zugĂ€nglichen, flexiblen Beratungsangeboten fĂŒr junge Menschen.

@ dpa.de