Faraday, Future

Faraday Future steigt mit drei Robotern ins KI-Geschäft ein

09.02.2026 - 05:00:12

Der Elektroauto-Hersteller Faraday Future kündigt drei Roboter-Modelle an und vollzieht einen radikalen Strategiewechsel hin zu KI und Robotik. Die ersten Auslieferungen sind für Februar 2026 geplant.

Der angeschlagene Elektroauto-Hersteller Faraday Future vollzieht einen radikalen Strategiewechsel und steigt mit einer neuen Robotik-Sparte in den boomenden Markt für „verkörperte Künstliche Intelligenz“ ein. Auf der NADA-Messe kündigte das Unternehmen zwei humanoide Roboter und ein Vierbeiner-Modell an – die ersten Auslieferungen sollen noch im Februar 2026 beginnen. Ein mutiger Schachzug für ein Unternehmen, das mit der Serienproduktion seines Luxus-E-Autos FF 91 jahrelang kämpfte.

Drei Modelle für verschiedene Einsatzzwecke

Das kalifornische Unternehmen tritt mit drei klar positionierten Produktlinien an. Das Flaggschiff ist der FF Futurist, ein vollwertiger humanoider Roboter für professionelle Dienstleistungen wie Hotel-Empfang oder Retail-Assistenz. Ab 34.990 US-Dollar ausgestattet mit einer NVIDIA-Orin-Plattform und 28 Hochleistungsmotoren soll er bis zu drei Stunden arbeiten.

Der FF Master (ab 19.990 US-Dollar) ist als „athletischere“, kostengünstigere Variante für Bildung, persönliche Begleitung oder Fitness-Coaching konzipiert. Das dritte Modell, der vierbeinige FX Aegis (ab 2.499 US-Dollar), soll sich in schwierigem Gelände bewegen und für Sicherheits- oder Industrie-Patrouillen eingesetzt werden. Alle Modelle können durch kostenpflichtige „Ecosystem Skill Packages“ mit spezialisierten Fähigkeiten aufgerüstet werden.

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Strategiewechsel: Vom E-Auto-Problemkind zum KI-Unternehmen

Der Launch der neuen Tochter FF EAI-Robotics Inc. ist ein entscheidender Versuch, das Narrativ des Unternehmens umzuschreiben. Statt als kämpfender E-Auto-Startup will sich Faraday Future nun als diversifiziertes KI- und Robotik-Unternehmen präsentieren. Die jahrelangen finanziellen Engpässe, Produktionsverzögerungen und Führungsprobleme beim FF 91 sollen so in den Hintergrund treten.

Die Strategie basiert auf einem „Drei-in-Eins“-Framework, das Hardware, eine offene Entwicklerplattform („EAI Brain“) und eine dezentrale Datenfabrik kombiniert. Damit will Faraday Future das erste US-Unternehmen werden, das gleichzeitig humanoide und vierbeinige Roboter auf den Markt bringt – eine Bewegung, die an die Ambitionen von Tesla mit seinem „Optimus“-Roboter erinnert.

Marktreaktion und harter Wettbewerb

Die Ankündigung sorgte für Aufsehen, besonders bei Privatanlegern. Das Unternehmen sieht den Zeitpunkt gekommen, um von Durchbrüchen bei Sprachmodellen, KI-Rechenleistung und Batterietechnologie zu profitieren. Hohe Arbeitskosten in den USA sollen die Nachfrage nach Automatisierungslösungen zusätzlich befeuern.

Doch der Markteintritt ist riskant. Faraday Future trifft auf etablierte chinesische Rivalen wie Unitree und Deep Robotics, die bereits Tausende Einheiten ausliefern. Der Erfolg hängt maßgeblich von der termingerechten Produktion und Auslieferung ab – eine historische Schwachstelle des Unternehmens. Die gemeldeten 1.211 Vorab-Bestellungen stammen zudem von „Co-Creation-Partnern“, die eine Vergütung erhalten, nicht von klassischen Kunden.

Zwei Wachstumsmotoren – ein großes Wagnis

Das Unternehmen positioniert die Robotik-Initiative als zweiten, parallelen Wachstumsmotor neben dem Elektroauto-Geschäft. Gründer YT Jia sieht in der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter einen Produktivitätsschub. Die Robotik-Sparte soll weniger Kapital binden und schneller positive operative Cashflows generieren als das autointensive Kerngeschäft.

Mit den ersten Auslieferungen Ende Februar steht ein entscheidender Praxistest bevor. Bereits für das zweite Quartal ist eine „Mobile Manipulator“-Serie angekündigt. Langfristig strebt Faraday Future an, ein führendes US-KI-Robotik-Unternehmen mit positiven Deckungsbeiträgen zu werden. Die strategische Diversifikation ist ein gewagtes Spiel – doch sie könnte die Zukunft eines Unternehmens neu definieren, das seit langem verspricht, an der Spitze von Mobilität und Technologie zu stehen.

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