Keine Kontrollen mehr an RumÀniens und Bulgariens Grenzen
01.01.2025 - 14:26:14Mit dem Jahreswechsel wurden die Kontrollen an den Landgrenzen eingestellt, nachdem diese bereits am 31. MĂ€rz 2024 fĂŒr die Seegrenzen und FlughĂ€fen aufgehoben worden waren. Beide LĂ€nder waren am 1. Januar 2007 Mitglieder der EuropĂ€ischen Union (EU) geworden.
Bulgariens amtierender Regierungschef Dimitar Glawtschew wĂŒrdigte den Schritt in Kulata an der Grenze zu Griechenland als "historisches Ereignis". Feierliche Akte mit Hochziehen der SchlagbĂ€ume fanden in der Silvesternacht am rumĂ€nisch-bulgarischen GrenzĂŒbergang Giurgiu-Russe mit den jeweiligen Leitern der Innenressorts sowie am rumĂ€nisch-ungarischen AutobahngrenzĂŒbergang Nadlac-Csanadpalota mit ranghohen Polizeibeamten statt.
Reisende per Auto und Bahn zwischen RumĂ€nien und Ungarn mĂŒssen an den 17 bisherigen offiziellen ĂbergĂ€ngen keine Dokumente mehr vorzeigen. Auch an den bisherigen sechs GrenzĂŒbergĂ€ngen an der bulgarisch-griechischen Grenze entfallen die Kontrollen. Zwischen Bulgarien und RumĂ€nien gab es insgesamt 14 offizielle GrenzĂŒbergĂ€nge, davon zwei auf BrĂŒcken ĂŒber den Grenzstrom Donau und sieben per FĂ€hre. Auf rumĂ€nischer Seite solle es nur noch stichprobenartige unangekĂŒndigte Kontrollen geben, auf einem 30 Kilometer breiten Gebiet an den Grenzen, teilte das Innenministerium in Bukarest mit, wie Medien berichteten.
Die fehlende Vollmitgliedschaft im Schengen-Raum habe Bulgarien bisher jĂ€hrlich ĂŒber 834 Millionen Euro gekostet, berichtete der EuropĂ€ische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EESC) in BrĂŒssel, ein Beratungsgremium der EU. RumĂ€nien habe dadurch jĂ€hrlich 2,32 Milliarden Euro an Einnahmen verloren, hieĂ es weiter vom EESC. FĂŒr die Transportunternehmen RumĂ€niens hĂ€tten sich die EinbuĂen aufgrund von Verzögerungen an den Landesgrenzen auf weitere 90 Millionen Euro pro Jahr belaufen. RumĂ€nien ist doppelt so groĂ wie Bulgarien und hat dreimal mehr Einwohner.
Mit RumĂ€nien und Bulgarien gehören insgesamt 29 LĂ€nder zum Schengen-Raum, darunter EU-Staaten wie Deutschland und Frankreich, aber auch Nicht-EU-LĂ€nder wie die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein. Zuletzt hatten allerdings viele Regierungen - auch die deutsche - im Kampf gegen irregulĂ€re Migration wieder Grenzkontrollen eingefĂŒhrt.
Neue Mitglieder können nur einstimmig im Schengen-Raum aufgenommen werden. RumĂ€nien und Bulgarien hatten seit 2011 auf den Beschluss gewartet. Zuletzt hatte nur noch Ăsterreich die Abschaffung der Kontrollen an den Landgrenzen beider LĂ€nder blockiert, im Dezember 2024 aber den Widerstand aufgegeben. Wien hatte sein Veto damit begrĂŒndet, dass ĂŒber die beiden LĂ€nder weiter zahlreiche Migranten ins Land kommen könnten.
Inzwischen aber sei der AuĂengrenzschutz verstĂ€rkt worden, hieĂ es zuletzt. Ein Kontingent von 100 GrenzschĂŒtzern aus Bulgarien, RumĂ€nien, Ungarn und Ăsterreich soll an die bulgarisch-tĂŒrkische EU-AuĂengrenze entsandt werden.

