WDH / ROUNDUP: Umwelthilfe klagt gegen Pestizideinsatz bei Holztransport
20.03.2025 - 15:14:33(Fehlendes Satzzeichen im vorletzten Absatz ergÀnzt.)
BRAUNSCHWEIG (dpa-AFX) - FĂŒr mehr Klimaschutz klagt die Deutsche Umwelthilfe auf das Verbot eines Pflanzenschutzmittels, mit dem vor dem Verschiffen von Holz SchĂ€dlinge bekĂ€mpft werden. Die enthaltene Chemikalie Sulfurylfluorid sei extrem klimaschĂ€dlich, erklĂ€rten die Umwelthilfe, das Umweltinstitut MĂŒnchen und die Gesellschaft Protect the Planet gemeinsam zur Klage vor dem Verwaltungsgericht Braunschweig.
Diese richte sich gegen das Bundesamt fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, das die deutsche Zulassung fĂŒr das Mittel erteilt hatte. Dabei sei die KlimaschĂ€dlichkeit nicht betrachtet worden, argumentierte DUH-AnwĂ€ltin Caroline Douhaire. Das Bundesamt hat nach eigenen Angaben Kenntnis von der Klage. Inhaltlich wollte sich ein Sprecher zu dem laufenden Verfahren auf Anfrage nicht Ă€uĂern. Das Verwaltungsgericht bestĂ€tigte den Eingang der Klage. Wann verhandelt oder entschieden wird, ist offen.
Es handelt sich um ein Gas, das bei Holz fĂŒr den Export zum Beispiel BorkenkĂ€fer abtöten soll. Nach Angaben des Umweltbundesamts wird es seit dem Jahr 2000 breit eingesetzt. Das Treibhausgaspotenzial sei hoch, schreibt das Amt: Eine Tonne emittiertes Sulfuryldifluorid sei auf 100 Jahre gesehen so klimaschĂ€dlich wie 4.090 Tonnen Kohlendioxid.
Die KlĂ€ger erklĂ€ren, 2022 hĂ€tten die Sulfurylfluorid-Emissionen aus Deutschland rund drei Millionen Tonnen Kohlendioxid entsprochen, in etwa so viel wie die jĂ€hrlichen Emissionen einer Stadt der GröĂe Wiesbadens.
Der US-Hersteller Douglas Products hat sich laut einer Mitteilung vom vergangenen Jahr verpflichtet, die weltweiten Emissionen von Sulfurylfluorid nach der sogenannten Begasung bis 2035 um die HĂ€lfte zu senken. Die Klage sei dennoch nötig, sagte Klimareferent Hauke Doerk vom Umweltinstitut MĂŒnchen. Die AnkĂŒndigung des Herstellers sei nicht mit MaĂnahmen unterfĂŒttert.

