Firefox, KI-Abschalter

Firefox führt zentralen KI-Abschalter ein

03.02.2026 - 20:14:12

Mozilla stattet Firefox mit einem globalen Schalter aus, um alle KI-Funktionen pauschal zu deaktivieren. Die neue Steuerzentrale reagiert auf Datenschutzbedenken und setzt einen Kontrapunkt zur tiefen KI-Integration der Konkurrenz.

Mozilla stattet seinen Firefox-Browser mit einem zentralen KI-„Kill Switch“ aus. Ab Version 148 können Nutzer alle KI-Funktionen mit einem Klick pauschal deaktivieren. Das Update erscheint Ende Februar.

Die neue Steuerzentrale namens „KI-Steuerung“ in den Einstellungen blockiert sowohl aktuelle als auch zukünftige KI-Erweiterungen. Mozilla reagiert damit auf wachsende Datenschutzbedenken und setzt sich von Wettbewerbern ab, die KI oft tief ins Produkt integrieren. Nutzerfeedback habe diesen Schritt maßgeblich beeinflusst.

Anzeige

Seit die EU-KI-Verordnung in Kraft ist, drohen Unternehmen und Anbieter bei falscher Kennzeichnung oder fehlender Dokumentation Bußgelder – und auch Anbieter von KI-Integrationen in Browsern müssen die Anforderungen prüfen. Unser kostenloser Leitfaden erklärt verständlich Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen, Dokumentationsanforderungen und Übergangsfristen, damit Sie rasch die richtigen Schritte planen. Mit praxisnahen Checklisten und Umsetzungs‑Tipps für Entwickler und Produktmanager. Der Gratis‑Download ist per E‑Mail erhältlich, optional ohne Newsletter‑Zwang. Jetzt kostenlosen KI-Verordnungs‑Leitfaden herunterladen

Ein Master-Schalter für maximale Kontrolle

Der globale Schalter bietet eine radikale Alles-oder-Nichts-Lösung. Ist er aktiviert, werden alle KI-Verbesserungen abgeschaltet – inklusive lästiger Pop-ups für neue Tools. Die einmal gewählte Einstellung bleibt über zukünftige Updates erhalten, ist aber jederzeit änderbar.

Damit spricht Mozilla zwei Lager an: Jene, die KI-Assistenten begrüßen, und jene, die aus Skepsis darauf verzichten wollen. Die Kontrolle liegt vollständig beim Nutzer.

Detaillierte Steuerung für individuelle Präferenzen

Wer nicht pauschal abschalten will, kann KI-Funktionen auch einzeln an- und ausschalten. Zum Start umfasst die granulare Kontrolle diese fünf Features:

  • KI-gestützte Übersetzungen für Webseiten
  • Alt-Text-Generierung in PDFs für Barrierefreiheit
  • KI-optimierte Tab-Gruppierung mit automatischer Benennung
  • Link-Vorschauen mit Seiten-Zusammenfassungen
  • Sidebar-Chatbot-Integration für Dienste wie ChatGPT oder Copilot

So können Nutzer gezielt die Tools nutzen, die ihnen wirklich nützen.

Ein strategischer Kontrapunkt in der Browser-Landschaft

Mozillas Schritt fällt in einer Branche auf, die auf tiefe KI-Integration setzt. Wettbewerber wie Google Chrome oder Microsoft Edge bieten oft weniger offensichtliche Opt-out-Möglichkeiten. Firefox positioniert sich damit bewusst als datenschutzfreundliche Alternative.

Experten sehen darin eine konsequente Fortführung von Mozillas Philosophie eines kontrollierbaren Webs. Die Ankündigung des neuen CEO, Firefox zu einem „modernen KI-Browser“ entwickeln zu wollen, hatte in der Community für Kritik gesorgt. Der „Kill Switch“ wirkt wie eine direkte Antwort auf diese Bedenken.

Könnte dieser Ansatz einen neuen Standard für Nutzerautonomie setzen? Es bleibt abzuwarten, ob andere Anbieter nachziehen. Für Mozilla ist es ein klares Statement: Die Zukunft des Surfens mag KI-Optionen bieten – die Entscheidung darüber liegt aber beim Nutzer.

Die Funktion rollt zunächst in den experimentellen „Nightly“-Versionen aus. Parallel erhält auch Firefox für Android Design-Updates und neue Werkzeugleisten.

Anzeige

PS: Welche Auswirkungen haben die neuen Regeln konkret auf Produkte mit KI‑Funktionen? Dieses kompakte E‑Book zur EU‑KI‑Verordnung fasst praxisnah zusammen, welche Kennzeichnungspflichten gelten, welche Übergangsfristen wichtig sind und wie Sie Ihre Features rechtssicher einstufen. Ideal für Produktverantwortliche, Entwickler und Datenschutzbeauftragte, die KI‑Integrationen in Apps oder Browsern verantworten. KI‑Verordnung‑E‑Book gratis anfordern

@ boerse-global.de