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First Solar Aktie: Norges Bank investiert 392 Millionen

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 07:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

First Solar kämpft mit Sammelklagen wegen Zollpolitik, während institutionelle Anleger und Analysten auf eine operative Erholung setzen.

First Solar: Klagen belasten, Großinvestoren setzen auf Erholung
Moderne Solarpark-Anlage bei Sonnenaufgang als Symbol für Investitionen in erneuerbare Energien. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Anleger des US-Solarkonzerns First Solar blicken derzeit auf eine komplexe Nachrichtenlage. Während juristische Auseinandersetzungen über die Informationspolitik des Unternehmens den Fokus auf die vergangenen Monate lenken, positionieren sich gewichtige institutionelle Investoren und namhafte Analysehäuser zunehmend optimistisch für die Zukunft des Solarmodul-Herstellers.

Juristischer Druck durch Sammelklagen verschärft sich

Das Unternehmen sieht sich derzeit mit mehreren juristischen Verfahren konfrontiert. Mehrere Anwaltskanzleien, darunter die Law Offices of Frank R. Cruz und Levi & Korsinsky, haben Investoren an eine wichtige Frist erinnert: Bis zum 24. August 2026 können Aktionäre einen Antrag als Hauptkläger in einer Sammelklage stellen. Betroffen sind Anleger, die zwischen dem 26. Februar 2025 und dem 24. Februar 2026 Aktien des Unternehmens erworben haben.

Den Kern der Vorwürfe bilden mutmaßliche Falschaussagen des Managements bezüglich der Handhabung der US-Zollpolitik sowie der Auslastung internationaler Produktionsstätten. Konkret wird dem Unternehmen vorgeworfen, die negativen Auswirkungen einer Unterauslastung der Fabriken in Malaysia und Vietnam sowie die Folgen der Produktionsverlagerung in die USA auf das Geschäftsjahr 2026 unterschätzt oder verschleiert zu haben. Laut Berichten von PR Newswire reagierte der Markt in der Vergangenheit bereits empfindlich auf diese Themen: Am 7. Januar 2026 verzeichnete die Aktie einen Rückgang von 10,29 Prozent, gefolgt von einem weiteren Minus von 13,61 Prozent am 25. Februar 2026.

Großinvestoren nutzen die Volatilität zum Einstieg

Trotz der rechtlichen Unsicherheiten zeigen Daten aus dem ersten Quartal 2026 ein deutliches Interesse großer Staatsfonds und Hedgefonds an dem Wertpapier. Die Swiss National Bank hat ihre Beteiligung an First Solar um 7,2 Prozent auf nun 299.200 Aktien ausgebaut, was einem Marktwert von rund 59,02 Millionen US-Dollar entspricht. Noch deutlicher fiel der Einstieg der Norges Bank aus, die eine neue Position im Wert von 392,04 Millionen US-Dollar aufbaute.

Auch andere institutionelle Akteure wie Viking Global und Lightrock erhöhten ihre Bestände massiv. Insgesamt befinden sich mittlerweile rund 92,08 Prozent der Anteile in den Händen institutioneller Anleger. Parallel dazu passten mehrere Analysten ihre Einschätzungen an die aktuelle Marktsituation an. Die Citigroup hob am 22. Juli 2026 ihr Kursziel für First Solar von 243 auf 294 US-Dollar an und bekräftigte ihre Kaufempfehlung. Analysten von Wells Fargo zeigen sich mit einem Ziel von 320 US-Dollar noch optimistischer, während das Durchschnittsrating der Beobachter derzeit bei „Moderate Buy“ liegt.

Operative Stärke trifft auf herausforderndes Marktumfeld

Die fundamentale Basis des Unternehmens bleibt stabil, wie die Ergebnisse des ersten Quartals 2026 verdeutlichen. First Solar meldete einen Umsatz von 1,04 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 23,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der Gewinn pro Aktie (EPS) lag mit 3,22 US-Dollar deutlich über den Markterwartungen von 2,87 US-Dollar.

An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit über die juristischen Folgen und die allgemeine Sektor-Schwäche jedoch im Kurs wider. Der gestrige Schlusskurs von 183,20 € markiert einen deutlichen Abstand zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 276,50 €, das am 3. Juni 2026 erreicht wurde. Mit einem Rückgang von 19,90 % seit Jahresbeginn hinkt die Aktie der Entwicklung des breiteren Marktes hinterher, was den aktuellen Bewertungsabschlag von 33,74 % zum Jahreshöchststand erklärt. Während die operativen Zahlen und das Vertrauen der Großaktionäre stützen, bleibt die Klärung der Vorwürfe rund um die Produktionskapazitäten der entscheidende Faktor für eine nachhaltige Erholung.

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