FirstEnergy, Aktie

FirstEnergy Aktie: Datencenter-Boom zahlt sich aus

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 00:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

FirstEnergy übertrifft Umsatzerwartungen dank starkem Nachfragewachstum von Rechenzentren. Der Ausbau der Netzinfrastruktur stützt die langfristige Prognose.

FirstEnergy Aktie: Rechenzentrums-Boom treibt Quartalszahlen
Moderne Serverinfrastruktur in einem Rechenzentrum mit blauer Beleuchtung Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

FirstEnergy übertrifft im zweiten Quartal die Erwartungen der Wall Street bei den Erlösen und trifft die Gewinnschätzung exakt. Spannender als die reinen Zahlen ist aber der Blick auf die Nachfrageseite: Der Energieversorger aus Akron, Ohio, meldet einen kräftigen Sprung bei der Nachfrage von Rechenzentren — ein Trend, der die langfristige Wachstumsstory des Unternehmens neu untermauert.

Das operative Ergebnis stieg auf 288 Millionen Dollar oder 0,50 Dollar je Aktie, nach 268 Millionen Dollar beziehungsweise 0,46 Dollar im Vorjahresquartal. Der Umsatz kletterte um 8,8 Prozent auf 3,678 Milliarden Dollar und lag damit deutlich über dem Analystenkonsens von 3,54 Milliarden Dollar. Die bereinigte Kennzahl Core Earnings blieb mit 0,50 Dollar je Aktie exakt im Plan, wenngleich sie das Vorjahresniveau von 0,52 Dollar leicht verfehlte.

Rechenzentren treiben die Nachfrage

Der eigentliche Treiber der Wachstumsstory liegt im Ausbau der Netzinfrastruktur. Die kontrahierte und in der Pipeline befindliche Nachfrage von Rechenzentren stieg seit dem ersten Quartal um 30 Prozent, die fest kontrahierte Kapazität liegt inzwischen bei 6,4 Gigawatt. Besonders auffällig fällt die Entwicklung in West Virginia aus, wo die Nachfrage um 137 Prozent auf 4,3 Gigawatt zulegte. Dort treibt FirstEnergy zudem das geplante Maidsville Energy Center voran und prüft weitere Investitionen in Erzeugung, Transmission und Verteilung.

Diese Entwicklung stützt das große Ganze: das milliardenschwere Energize365-Investitionsprogramm über fünf Jahre, das gegenüber dem vorherigen Plan um knapp 30 Prozent aufgestockt wurde. Allein im ersten Halbjahr 2026 investierte FirstEnergy 2,9 Milliarden Dollar von den für das Gesamtjahr vorgesehenen 6 Milliarden Dollar.

Beim Ausblick bleibt das Management auf Kurs. FirstEnergy bestätigt die Gewinnprognose für 2026 von 2,62 bis 2,82 Dollar je Aktie — der Analystenkonsens liegt bei 2,74 Dollar. Für den Zeitraum bis 2030 hält der Konzern an seinem Wachstumsziel von 6 bis 8 Prozent jährlich fest und peilt dabei das obere Ende der Spanne an.

Die Aktie schloss zuletzt bei 49,66 Dollar, ein Plus von 18,80 Prozent auf Zwölfmonatssicht. Bemerkenswert dabei: In den vergangenen 90 Tagen gab es keine einzige positive, dafür acht negative EPS-Anpassungen durch Analysten — ein Signal, dass die Erwartungshaltung trotz der starken operativen Entwicklung vorsichtig bleibt. Der weitere Fortschritt beim Ausbau der Rechenzentren-Kapazitäten in West Virginia dürfte zeigen, ob sich diese Zurückhaltung in den kommenden Quartalen auflöst.

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