Verdi-Warnstreik begonnen - 1100 FlugausfÀlle erwartet
01.02.2024 - 06:35:06Den Auftakt machte Köln/Bonn, wo nach Auskunft von Verdi die Nachtschicht der Fluggastkontrolle nicht zum Dienst erschien. Die Beteiligung liege dort bei hundert Prozent, sagte der zustĂ€ndige GewerkschaftssekretĂ€r Ăzay Tarim. "Das war ein erfolgreicher Streikauftakt."
Etwa 80 Prozent der Flugbewegungen, die in Köln/Bonn fĂŒr Donnerstag geplant waren, wurden dort abgesagt, wie aus der Airport-Webseite am frĂŒhen Donnerstagmorgen hervorging. Verdi-Mann Tarim rechnete damit, dass dieser Anteil im Tagesverlauf noch steigen wĂŒrde. Noch gravierender sind die Folgen an den FlughĂ€fen Berlin, Hamburg und Stuttgart, wo alle Starts abgesagt wurden. In DĂŒsseldorf war es hingegen nur ein Drittel, zwei Drittel der Flugbewegungen sollten durchgefĂŒhrt werden.
Aufgerufen sind die BeschĂ€ftigten an den Kontrollstellen von elf gröĂeren FlughĂ€fen auĂerhalb Bayerns. Wenn sie komplett die Arbeit niederlegen, kommt kein Passagier mehr von auĂen zu den Flugzeugen im Sicherheitsbereich.
In Frankfurt will der Hauptkunde Lufthansa DE0008232125 den GroĂteil seines Programms einschlieĂlich der FernflĂŒge aufrechterhalten. Auch FlĂŒge fĂŒr Umsteiger sollen angeboten werden. Im Transitbereich könne es fĂŒr die Passagiere aber zu lĂ€ngeren Wartezeiten kommen, hatte Lufthansa gewarnt.
Nach SchĂ€tzung des Flughafenverbandes ADV werden rund 1100 FlĂŒge ausfallen oder verspĂ€tet starten. Betroffen seien damit rund 200 000 Passagiere. Erst am Freitag soll wieder ein normaler Flugbetrieb möglich sein. Dann ist bereits der nĂ€chste Verdi-Warnstreik geplant- bundesweit im Ăffentlichen Personennahverkehr.
Gewerkschafter Tarim sagte, man wolle ein deutliches Zeichen setzen. "Wir werden jetzt mit BeschĂ€ftigten Druck ausĂŒben auf die Arbeitgeber, damit wir am Verhandlungstisch endlich weiterkommen." Der Arbeitnehmervertreter kritisierte, dass eine Sicherheitsfirma am DĂŒsseldorfer Airport eine Extrazahlung von 200 Euro brutto angeboten habe, damit die BeschĂ€ftigten trotz des Warnstreiks zur Arbeit kommen. So eine "StreikbruchprĂ€mie" empfinde er als Provokation. Man sollte am Verhandlungstisch das Problem lösen, anstatt es mit PrĂ€mien in die LĂ€nge zu ziehen, monierte er.
Verdi fordert fĂŒr die bundesweit rund 25 000 BranchenbeschĂ€ftigten 2,80 Euro mehr Lohn pro Stunde, höhere Funktionszulagen und MehrarbeitszuschlĂ€ge ab der ersten Ăberstunde. Der neue Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 12 Monaten haben. Diese Forderungen wĂŒrden nach Darstellung der Arbeitgeber 250 Millionen Euro zusĂ€tzliche Kosten allein im laufenden Jahr bedeuten.

