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Verdi will elf deutsche FlughÀfen mit Warnstreiks lahmlegen

07.03.2025 - 10:37:38

Flugpassagiere mĂŒssen sich am Montag an allen grĂ¶ĂŸeren FlughĂ€fen in Deutschland auf FlugausfĂ€lle und VerspĂ€tungen einstellen.

Grund ist ein ganztĂ€giger Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft Verdi die BeschĂ€ftigten des öffentlichen Diensts und der Bodenverkehrsdienste aufgerufen hat. Betroffen sind die FlughĂ€fen MĂŒnchen, Stuttgart, Frankfurt DE0005773303, Köln/Bonn, DĂŒsseldorf, Dortmund, Hannover, Bremen, Hamburg, Berlin-Brandenburg und Leipzig-Halle.

Hintergrund ist der Tarifstreit mit Bund und Kommunen, in dem Mitte MĂ€rz die nĂ€chste Verhandlungsrunde ansteht. Bei den einstmals kommunalen Flughafenbetreibern wird noch ein grĂ¶ĂŸerer Teil des Personals nach den Tarifregeln des öffentlichen Diensts beschĂ€ftigt. Auch fĂŒr die Bodenverkehrsdienste wird parallel ein Branchentarifvertrag verhandelt. Zuletzt haben BeschĂ€ftigte in Kranken- und Pflegeheimen sowie in KindergĂ€rten und anderen sozialen Einrichtungen gestreikt.

Bislang kein Angebot

"Wir sehen uns zu diesem Warnstreik gezwungen, da die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen fĂŒr die BeschĂ€ftigten des öffentlichen Diensts bisher kein Angebot vorgelegt und keine Bereitschaft gezeigt haben, unsere berechtigten Forderungen zu erfĂŒllen", erklĂ€rt die Verdi-Vize-Vorsitzende Christine Behle. Man habe die Aktionen frĂŒhzeitig angekĂŒndigt, um den Passagieren Planungssicherheit zu ermöglichen.

Der 24-Stunden-Streik soll in der Nacht am Montag um 00.00 Uhr beginnen und bis 23.59 Uhr fortgesetzt werden. Die Streikenden in Frankfurt sollen sich am Morgen zu einer Kundgebung treffen.

In der laufenden Tarifrunde wurden bereits die FlughĂ€fen in Köln, DĂŒsseldorf, Hamburg und MĂŒnchen bestreikt, wo es jeweils zu zahlreichen FlugausfĂ€llen gekommen war. Am Frankfurter Flughafen haben die öffentlich Bediensteten zuletzt im MĂ€rz 2023 einen Warnstreik abgehalten - damals zeitgleich abgestimmt mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Acht Prozent und drei freie Tage

Verdi fordert eine Tariferhöhung im Volumen von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich, und höhere ZuschlĂ€ge fĂŒr die Arbeit zu belastenden und ungĂŒnstigen Zeiten. Die AusbildungsvergĂŒtungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Außerdem fordert die Gewerkschaft drei zusĂ€tzliche freie Tage.

Die Arbeitgeber haben diese Forderungen als nicht finanzierbar zurĂŒckgewiesen. Die Tarifverhandlungen werden am 14. bis 16. MĂ€rz 2025 in Potsdam fortgesetzt.

Luftverkehrsbranche sauer

Die Lufthansa DE0008232125 wie auch der Flughafenverband ADV haben die Streiks an den Knotenpunkten der Verkehrsinfrastruktur kritisiert."ZweitĂ€gige Streiks, die deutsche Metropolregionen vom internationalen Luftverkehr abschneiden, haben lĂ€ngst nichts mehr mit Warnstreiks zu tun", hatte ADV-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Ralph Beisel nach den Warnstreiks in MĂŒnchen und Hamburg erklĂ€rt.

@ dpa.de | DE0005773303 PRODUKTION/ABSATZ