Forscher entschlĂŒsseln, warum ALS und Demenz nur bestimmte Hirnzellen zerstören
13.03.2026 - 00:00:15 | boerse-global.de
Ein internationales Team unter Leitung des DZNE und des Uniklinikums Ulm hat einen wichtigen Mechanismus bei neurodegenerativen Erkrankungen aufgeklĂ€rt. Die Forscher fanden heraus, warum die Proteinklumpen bei Amyotropher Lateralsklerose (ALS) und Frontotemporaler Demenz (FTD) nur ganz bestimmte Nervenzellen angreifen. Ihre Studie erschien kĂŒrzlich im Fachjournal Nature Communications.
FĂŒnf Zelltypen im Visier der Krankheit
Die Wissenschaftler analysierten Gehirngewebe von rund 80 verstorbenen Personen, darunter ALS- und FTD-Patienten. Ihr Fokus lag auf dem motorischen Kortex, der fĂŒr Bewegungssteuerung zustĂ€ndig ist. Mit modernsten molekularen Methoden kartierten sie die Zelllandschaft in bisher unerreichter Detailtiefe.
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Das Ergebnis ist prĂ€zise: Nicht alle Nervenzellen sind gleich gefĂ€hrdet. Das Team identifizierte exakt fĂŒnk Untergruppen von Zellen, die besonders anfĂ€llig fĂŒr die Krankheitsprozesse sind. Es handelt sich vorwiegend um exzitatorische Neurone â jene Zellen, die fĂŒr die Weiterleitung und VerstĂ€rkung von Nervensignalen zustĂ€ndig sind.
Das Protein TDP-43 als gemeinsamer Schuldiger
Was verbindet ALS, die zu LĂ€hmungen fĂŒhrt, und FTD, die Persönlichkeit und Sprache zerstört? Bei beiden spielt das Protein TDP-43 eine zentrale Rolle. Im Krankheitsfall verlĂ€sst es den Zellkern, verklumpt im Zellplasma und bringt die RNA-Verarbeitung durcheinander.
Die neue Studie zeigt: Dieser fatale Prozess trifft fast ausschlieĂlich die identifizierten exzitatorischen Zellen. Dieses PhĂ€nomen nennen Forscher âselektive VulnerabilitĂ€tâ. Interessant ist, dass sich diese zellulĂ€re Schwachstelle bei reinem ALS und bei Mischformen mit FTD gleicht â die Krankheiten teilen also eine gemeinsame Basis auf Zellebene.
Paradigmenwechsel fĂŒr kĂŒnftige Therapien
Bisher gelten ALS und FTD als unheilbar. Die durchschnittliche Lebenserwartung nach einer ALS-Diagnose liegt oft nur bei zwei bis fĂŒnf Jahren. Die neuen Erkenntnisse könnten die Therapieentwicklung grundlegend verĂ€ndern.
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Statt das Gehirn mit Medikamenten zu âflutenâ, mĂŒssen kĂŒnftige Behandlungen prĂ€zise ansetzen. âZukĂŒnftige Therapien mĂŒssen auf diese spezifischen Zelltypen zugeschnitten seinâ, folgern die Forscher. Wirkstoffe mĂŒssten gezielt in die fĂŒnk Hochrisiko-Zellgruppen eindringen, um das Verklumpen von TDP-43 zu verhindern oder die RNA-Fehler zu korrigieren â ohne Nachbarzellen zu schĂ€digen.
Ein langer Weg zur Anwendung
Bis aus dieser Grundlagenerkenntnis ein Medikament wird, dauert es noch Jahre. Potenzielle Wirkstoffe mĂŒssen aufwĂ€ndige klinische Studien durchlaufen. Doch die Forschung hat jetzt eine prĂ€zise Landkarte: Sie weiĂ genau, welche Zellen sie schĂŒtzen muss.
FĂŒr die Pharmaindustrie eröffnen sich neue Angriffspunkte, etwa fĂŒr Gentherapien. FĂŒr Patienten und Angehörige bedeutet diese EntschlĂŒsselung vor allem eines: eine konkretere Hoffnung, dass diese verheerenden Krankheiten eines Tages behandelbar werden.
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