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AKTIE IM FOKUS 2: Delivery-Hero-Anleger feiern Taiwan-Verkauf und Uber-Einstieg

14.05.2024 - 18:21:14

FRANKFURT - Das Ende der HĂ€ngepartie um den Verkauf von AktivitĂ€ten in SĂŒdostasien hat am Dienstag bei den Anlegern von Delivery Hero DE000A2E4K43 fĂŒr große Erleichterung gesorgt.

(neu: Short-Eindeckungen als möglicher Kurstreiber)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Ende der HĂ€ngepartie um den Verkauf von AktivitĂ€ten in SĂŒdostasien hat am Dienstag bei den Anlegern von Delivery Hero DE000A2E4K43 fĂŒr große Erleichterung gesorgt. Die AktionĂ€re freuten sich, dass dem Essenlieferdienst mit dem Verkauf des Foodpanda-GeschĂ€fts in Taiwan ein großer Schwung an LiquiditĂ€t zufließt. Damit kann das Unternehmen bei den VerkaufsplĂ€nen in der Region zumindest einen Teilerfolg verbuchen.

An der Börse wurden die Neuigkeiten mit einem Kurssprung um 26 Prozent bis ĂŒber die 30-Euro-Marke gefeiert. HĂ€ndlern zufolge könnten aber auch Eindeckungen durch Spekulanten, die bislang auf fallende Kurse spekuliert hatten, zu dem Kurssprung beigetragen haben. Am Dienstag waren solche Werte international auffĂ€llig: In den USA gab es KurssprĂŒnge bei Aktien wie Gamestop US36467W1099, die immer wieder von Spekulanten getrieben sind.

Mit dem Kurssprung preschten die Delivery-Hero-Aktien am Dienstag ĂŒber die Linie, die den 200-Tage-Durchschnitt abbildet. Unter charttechnisch orientierten Anlegern gilt dies als positives Zeichen fĂŒr den lĂ€ngerfristigen Trend, zumal es in den vergangenen zwei Jahren nur zwei Ausbruchsversuche gab: Einen im Sommer 2023 und einen zweiten im April dieses Jahres. Die Frage ist nun, ob dieser neue Versuch nachhaltig gelingt. An die Höchstkurse aus dem Vormonat, die nahe 34 Euro lagen, kam die Aktie am Dienstag mit dem Schlusskurs von rund 32 Euro noch nicht heran.

Die Berliner fanden mit Uber US90353T1007 einen KĂ€ufer fĂŒr das Foodpanda-GeschĂ€ft in Taiwan. Zudem wird sich der US-MobilitĂ€tsgigant mit knapp drei Prozent an Delivery Hero beteiligen, was fĂŒr zusĂ€tzlichen Mittelzufluss sorgt. Ein Börsianer sprach von einer schönen Überraschung, nachdem GesprĂ€che ĂŒber den Verkauf des SĂŒdostasiengeschĂ€fts im Februar noch fĂŒr abgebrochen erklĂ€rt wurden. Bedenken rund um das GeschĂ€ft hatten die Delivery-Hero-Aktien in den vergangenen Monaten bis knapp unter 15 Euro auf ein Rekordtief gedrĂŒckt.

Analyst Clement Genelot vom Analysehaus Bryan Garnier hĂ€lt die LiquiditĂ€ts- und Schuldenbedenken, derentwegen die Anleger zuletzt einen Bogen um die Aktien machten, jetzt fĂŒr beseitigt. Beide Parteien hĂ€tten seit Monaten schwierige Verhandlungen gefĂŒhrt und so betrachte er das Ergebnis als einen Kompromiss, der Delivery Hero den angestrebten Mittelzufluss ermögliche.

Der beschlossene Verkauf erinnere daran, dass der Essenlieferdienst einst als grĂ¶ĂŸter Übernahme-Experte der Branche gegolten habe, schrieb der Jefferies-Analyst Giles Thorne, der in seiner Studie von einem "perfekt getimten Ausstieg" spricht. Delivery Hero werde wieder zu einer Cashflow-Story mit einer Verschuldung, die fĂŒr Kapitalgeber interessant sei.

Auch fĂŒr den Einstieg von Uber gab es lobende Stimmen. Die Goldman-Sachs-Analystin Lisa Yang erwĂ€hnte, dass das Unternehmen dazu bereit sei, fĂŒr die Aktien einen 30-prozentigen Aufschlag auf den Vortags-Schlusskurs zu zahlen. Ihr Bryan-Garnier-Kollege Genelot hĂ€lt die mit dem GeschĂ€ft verbundene VerwĂ€sserung des Delivery-Hero-Gewinns fĂŒr begrenzt.

Eine Restunsicherheit bleibt aber, da sind sich mehrere Experten einig. Durch den Deal werde Uber in Taiwan quasi zum Monopolisten, erwĂ€hnte der Jefferies-Experte Thorne. Er ergĂ€nzte aber, die Details der Vereinbarung wirkten so, als seien beide Seiten darauf vorbereitet. Die Andeutung angemessener Schutzmaßnahmen spreche fĂŒr eine VertragsbruchgebĂŒhr oder Ă€hnliche Vereinbarungen. Im Februar seien GesprĂ€che mit dem Konkurrenten Grab noch an diesem Aspekt gescheitert. Thorne sieht auch eine Sicherungszusage darin, dass Uber vor dem Abschluss des Verkaufs neue Aktien erwirbt und dafĂŒr bereit ist, einen hohen Aufschlag zu zahlen.

Die Delivery-Hero-Papiere machten wegen der HĂ€ngepartie in SĂŒdostasien zuletzt viel durch. Durch die schwungvolle Erholung am Dienstag liegen sie seit Jahresanfang mit 28 Prozent im Plus. Vom Rekordhoch zu Zeiten der Pandemie, das Anfang 2021 ĂŒber 145 Euro betrug und der Aktie zeitweise einen Platz im Dax DE0008469008 beschert hatte, können Anleger aktuell aber nur noch trĂ€umen. Wer damals die Aktie in der Spitze kaufte, hat nur noch 22 Prozent des Wertes im Depot.

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