AKTIE IM FOKUS 2: Lanxess bleibt auf Envalior-Anteilen sitzen - Tief seit 2009
06.03.2026 - 13:46:12 | dpa.de(Neu: Verluste ausgeweitet, BASF- und Wacker-Kurse, mehr Stimmen)
FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Das vorlĂ€ufige Scheitern des Verkaufs der restlichen Anteile am Gemeinschaftsunternehmen Envalior hat bei den AktionĂ€ren von Lanxess DE0005470405 am Freitag einmal mehr Finanzierungssorgen geweckt. Nach dem ersten Rutsch unter die 15-Euro-Marke drĂŒckten die Papiere ihr niedrigstes Niveau seit 2009 auch noch unter 14 Euro. Mit 13,55 Euro war der Abschlag am Nachmittag auf mehr als 17 Prozent ausgeweitet worden.
Der Joint-Venture-Partner Advent will die Anteile an Envalior vorerst nicht ĂŒbernehmen und beruft sich dabei auf den vereinbarten Finanzierungsvorbehalt. Nun gelten fĂŒr 2027 und 2028 vereinbarten Kaufrechte an dem Unternehmen, das auf technische Kunststoffe spezialisiert ist.
Anil Shenoy von der Barclays Bank schrieb, dass er in diesem Jahr ohnehin nicht an einen Abschluss geglaubt habe. Der Fokus von Anlegern verlagere sich nun aber auf die Verschuldung von Lanxess. Er hĂ€lt die Notwendigkeit einer Kapitalerhöhung fĂŒr möglich und sieht seine negativen EinschĂ€tzungen zu den Aktien und Anleihen von Lanxess untermauert.
Laut Analyst Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan waren Bilanzsorgen bei Lanxess schon lĂ€nger das dominierende Thema der Aktienstory. Christian Bell von der UBS befĂŒrchtet, dass Lanxess bei Rating-Agenturen den Status "Investment Grade" verlieren könnte. Das VerhĂ€ltnis zwischen Schulden und operativem Ergebnis liege mit 3,7 nĂ€mlich deutlich ĂŒber der Schwelle von 2,5 fĂŒr Anleihen von bester bis mittlerer BonitĂ€t.
Gemeinhin wird bei einem Verlust dieses Ratings auch von "Ramsch-Niveau" gesprochen. Damit könnten die Finanzierungskosten fĂŒr das recht hoch verschuldete Unternehmen steigen. Lanxess selbst sieht sich allerdings auch ohne die Einnahmen aus dem Anteilsverkauf langfristig solide finanziert. Die RĂŒckzahlung der im Oktober fĂ€lligen Anleihe sei bereits gesichert, hieĂ es am Donnerstagabend. Lanxess wollte dieses Jahr wie im vergangenen September angekĂŒndigt ursprĂŒnglich 1,2 Milliarden Euro durch den Verkauf einnehmen.
Udeshi schlieĂt aus der Advent-Entscheidung, dass diese auch mit einem schwierigen Umfeld fĂŒr zyklische Chemieunternehmen in Zusammenhang steht. Dieses spiegelt sich seiner EinschĂ€tzung nach auch in anderen Branchenwerten wie BASF DE000BASF111 oder Wacker Chemie DE000WCH8881 noch nicht vollstĂ€ndig wider. In einem Marktumfeld, das weiterhin von Ălpreis-Unsicherheit geprĂ€gt war, fielen am Freitag auch die BASF-Aktien um 2,6 Prozent, wĂ€hrend Wacker im MDax mit mehr als fĂŒnf Prozent Abschlag auffielen.
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