Ergebnisse, Produktion/Absatz

Kion sieht 2025 als 'BrĂŒckenjahr' - Eckdaten bestĂ€tigt

27.02.2025 - 13:58:28

FRANKFURT - Der Gabelstaplerhersteller Kion DE000KGX8881 richtet sich angesichts eines verschÀrften Wettbewerbs auf weniger operativen Gewinn im laufenden Jahr ein.

(neu: Aussagen aus Pressekonferenz und Interview mit Finanzchef)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Gabelstaplerhersteller Kion DE000KGX8881 richtet sich angesichts eines verschĂ€rften Wettbewerbs auf weniger operativen Gewinn im laufenden Jahr ein. Und auch die Nachfrage nach gĂŒnstigerer Lagertechnik ĂŒberschattet die Aussichten des Frankfurter fĂŒr 2025. Die Prognose spiegele ein "BrĂŒckenjahr" im Stapler-GeschĂ€ft wider, erklĂ€rte das Management um Konzernchef Rob Smith in einer Mitteilung vom Donnerstag. Analysten hatten jedoch teils Schlimmeres erwartet. Die Aktie kletterte als Reaktion auf die Nachrichten deutlich aufwĂ€rts.

Das Papier war am frĂŒhen Nachmittag mit plus 3,5 Prozent auf 41,87 Euro weit vorn im MDax DE0008467416. Das Plus seit Jahresbeginn vergrĂ¶ĂŸert sich damit auf etwa ein Drittel. Der Kurs erreichte zwischenzeitlich auch ein Hoch seit Juni 2024. Kion hatte bereits vor zwei Wochen vorlĂ€ufige Zahlen fĂŒr 2024 vorgelegt. Diese wurden nun bestĂ€tigt.

FĂŒr 2025 strebt der Kion-Vorstand ein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) von 720 bis 870 Millionen Euro an. Das wĂ€ren selbst im besten Fall 5 Prozent weniger als 2024. Analysten, die im Auftrag des Unternehmens befragt worden waren, erwarteten mit im Schnitt prognostizierten 781 Millionen Euro ebenfalls einen GewinnrĂŒckgang. Beim Umsatz prognostiziert der Vorstand 2025 einen Wert von 10,9 bis 11,7 Milliarden Euro, nach 11,5 Milliarden Euro 2024.

Analysten zeigten sich von den vom Management ausgegeben Finanzzielen positiv ĂŒberrascht: Die Prognose fĂŒr 2025 liege beim operativen Ergebnis und dem freien Barmittelzufluss, bezogen auf die Mitte der jeweiligen Zielspannen, etwas höher als erwartet, notierte etwa Jefferies-Experte Lucas Ferhani. Die Dividende indes liege leicht unter der KonsensschĂ€tzung.

Kion-Finanzchef Christian Harm berichtete im Interview mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX von einem "erwartungsgemĂ€ĂŸen" Start ins erste Quartal, der gut in die Jahresprognose passe. Dies bezog er sowohl auf den Auftragseingang als auch das Ergebnis.

In seinem angestammten GeschĂ€ft mit Staplern und Lagertechnik belastet Kion momentan, dass die Kunden vermehrt Maschinen und GerĂ€ten aus dem gĂŒnstigeren Einstiegssegment nachfragen - was zudem der Konkurrenz aus China zugutekommt. Das geringere NeugeschĂ€ft wird Kions Erwartungen zufolge das ServicegeschĂ€ft nicht vollstĂ€ndig ausgleichen können.

Finanzchef Harm will dem zunehmenden Wettbewerb mit StÀrke begegnen: "Sie werden von uns keine Senkung der Listenpreise sehen, die wird es nicht geben", sagte der Manager. Nichtsdestotrotz sei er bestrebt, wettbewerbsfÀhige Angebote zu machen. ZusÀtzlich will er das Netzwerk ausbauen und so Kions "Position in Europa verteidigen".

Kion ist nach eigenen Angaben MarktfĂŒhrer in der Region EMEA, in der der Konzern Europa mit Afrika und dem Mittleren Osten zusammenfasst. Rund 80 Prozent ihres StaplergeschĂ€fts machen die Frankfurter hier.

Gleichzeitig ist das GeschÀft mit Automationstechnik und -software nach einigen problembehafteten Jahren noch nicht wieder auf der Höhe. Die ProfitabilitÀt verbessert sich aber und soll das auch weiterhin tun, etwa durch das Abwickeln unprofitabler Altprojekte. Vergangenes Jahr lag sie bei 3,8 Prozent (bereinigte Ebit-Marge).

Kion bietet in dem GeschĂ€ftsbereich beispielsweise Sortiersysteme und solche zum BestĂŒcken von Paletten an. Kunden hatten sich in den vergangenen Jahren allerdings zurĂŒckgehalten, nicht zuletzt wegen der höheren Zinsen, die Anschaffungen auf Pump verteuern.

Hier sieht Finanzchef Harm sodenn auch eine leichte Belebung. Es handele sich zwar noch nicht um eine Trendwende. Aber es habe "eine ganze Reihe von Projekten" gegeben, die es "ganz knapp" nicht ins vierte Quartal geschafft hÀtten, berichtete er. Er gehe dementsprechend von einer "leichten Belebung" in dem Segment aus. Zudem liegt bei Kion in dem GeschÀftsbereich der Schwerpunkt nicht so stark auf Europa.

Im Stapler-GeschĂ€ft sieht Finanzchef Harm hingegen noch keine Besserung. Der schwĂ€chere Produktmix sei das ganze letzte Jahr ĂŒber schon zu beobachten gewesen und er werde sich fortsetzen, so der Manager.

Um der auch konjunkturell bedingten NachfrageschwĂ€che in Europa entgegenzutreten, hatte Kion Anfang Februar ein Sparprogramm verkĂŒndet. Mit dessen Hilfe will der Vorstand im Jahr 2027 in beiden GeschĂ€ftsbereichen eine bereinigte operative Marge von mehr als 10 Prozent erzielen. Neben einem zu erwartenden Personalabbau in unbekannter Höhe sollen die Kostenmaßnahmen laut Harm auch bei strukturellen Prozessen und in der Produktion ansetzen.

Das Sparprogramm wird allerdings zunĂ€chst einmal den freien Barmittelfluss beeintrĂ€chtigen. Er dĂŒrfte den Angaben zufolge im Jahr 2025 bei 400 bis 550 Millionen Euro liegen, nach 702 Millionen Euro im vergangenen Jahr. 2026 sollen die getroffenen Sparmaßnahmen dann voll zum Tragen kommen.

2024 steigerte Kion den Umsatz leicht auf 11,5 Milliarden Euro. Davon blieben als operativer Gewinn 917 Millionen Euro, was einer bereinigten operativen Marge (Ebit) von 8,0 Prozent entspricht. Unter dem Strich entfiel auf die AktionĂ€re ein Gewinn von rund 360 Millionen Euro und damit fast 18 Prozent mehr als 2023. Kion schlĂ€gt vor, eine Dividende von 0,82 Euro je Aktie auszuschĂŒtten. FĂŒr 2023 hatten die Anleger 0,70 Euro je Anteilsschein erhalten.

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