AKTIEN IM FOKUS 2: Deutsche Bank schwach nach Zahlen - DWS mit Rekordhoch
29.01.2026 - 11:29:58 | dpa.de(Neu: Kursverlauf im Xetra-Handel, weitere Details und Stimmen.)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien der Deutschen Bank DE0005140008 und ihrer Tochtergesellschaft DWS DE000DWS1007 haben am Donnerstag unterschiedliche Richtungen eingeschlagen. WĂ€hrend die Deutsche-Bank-Papiere nach der Veröffentlichung von Zahlen und Ausblick des gröĂten deutschen Kreditinstituts zeitweise um fast drei Prozent absackten, ging es fĂŒr die der Fondstochter DWS nach einem positiven Ausblick um zehn Prozent nach oben auf ein Rekordhoch von 63,20 Euro.
Die Aktien der Deutschen Bank waren zuletzt ebenfalls ziemlich gut gelaufen und hatten mit 34,26 Euro Anfang Januar einen Höchststand seit zwölf Jahren erreicht. Der europÀische Bankenindex verharrt aktuell gar auf dem höchsten Niveau seit 2008.
Am gestrigen Mittwoch waren die Papiere der Deutschen Bank dann aber unter Druck geraten, nachdem Ermittler auf der Suche nach Beweisen die Zentrale der Deutschen Bank in der Frankfurter City sowie GeschÀftsrÀume in Berlin durchsucht hatten.
Nach Angaben der federfĂŒhrenden Frankfurter Staatsanwaltschaft geht es um frĂŒhere GeschĂ€ftsbeziehungen zu auslĂ€ndischen Gesellschaften, die ihrerseits im Verdacht stehen, GeldwĂ€sche betrieben zu haben. Ermittelt werde gegen "unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter" des gröĂten deutschen Geldhauses wegen des Verdachts der GeldwĂ€sche. Konzernchef Christian Sewing sagte den Behörden volle UnterstĂŒtzung bei der AufklĂ€rung der VorwĂŒrfe zu.
Die Deutsche Bank verzeichnete 2025 ein Vorsteuerergebnis von 9,7 Milliarden Euro auf Rekordniveau. Damit erreichte das Geldhaus nicht nur sein Renditeziel, sondern ĂŒbertraf auch die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Die Anteilseigner können sich nun auf eine Dividende von 1,00 Euro freuen, rund anderthalbmal so viel wie im Vorjahr. Zudem stellte das Institut weitere AktienrĂŒckkĂ€ufe in Aussicht. GetrĂŒbt wird der GeschĂ€ftserfolg durch die erneuten Ermittlungen gegen Verantwortliche und Mitarbeiter der Bank wegen des Verdachts der GeldwĂ€sche, die am Tag vor der Bilanzvorlage bekannt wurden.
Analysten lobten unisono die aktuelle und kommende GeschĂ€ftsentwicklung des Geldhauses. Nach Aussage von Joseph Dickerson vom Analysehaus Jefferies sind die Quartalsresultate besser und die Ziele fĂŒr 2026 weitgehend wie erwartet ausgefallen. Mit Blick auf die geplanten AusschĂŒttungen im zweiten Halbjahr könnten die Markterwartungen steigen.
Das Zahlenwerk habe von einer starken GeschĂ€ftsentwicklung im Bereich Vermögensverwaltung profitiert, schrieb RBC-Expertin Anke Reingen. Sie hob zudem positiv hervor, dass das Management die Kosten unter Kontrolle halte. Mit dem Ausblick auf 2026 blieben die Frankfurter auf einem guten Weg in Richtung ihrer fĂŒr 2028 angestrebten Kapitalrendite (RoTE) von mindestens 13 Prozent, betonte JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein.
Auch die DWS ĂŒbertraf 2025 ihre Ziele und legte die Latte fĂŒr die kommenden Jahre jetzt höher. Zudem sollen die AktionĂ€re im Jahr 2027 eine Sonderdividende erhalten. Jefferies-Analyst Tom Mills sprach von einer beeindruckenden Entwicklung unter dem derzeitigen DWS-Management. Die Deutsche Bank hĂ€lt knapp 80 Prozent der DWS-Anteile.
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