Ergebnisse, Produktion/Absatz

Deutsche Börse bleibt trotz schwacher Wirtschaft zuversichtlich

12.02.2025 - 10:59:28

FRANKFURT - Die Deutsche Börse DE0005810055 blickt nach einem Rekordjahr optimistisch in die Zukunft - ungeachtet der vielen Probleme in Europa und der Welt.

(Neu: Aussagen aus der Bilanz-Pressekonferenz, weitere Details, aktueller Aktienkurs)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Börse DE0005810055 blickt nach einem Rekordjahr optimistisch in die Zukunft - ungeachtet der vielen Probleme in Europa und der Welt. "Dass 2025 ein Jahr voller Herausforderungen wird, ist allen klar. Das Jahr wird von einem Anhalten der WachstumsschwĂ€che in Europa, von der RĂŒckkehr des Protektionismus weltweit und von geopolitischen Spannungen geprĂ€gt sein. Wir als Unternehmen haben hierfĂŒr klare Lösungen", sagte der seit Kurzem amtierende Chef Stephan Leithner bei der Bilanz-Pressekonferenz am Mittwoch in Frankfurt.

Die Deutsche Börse werde weiter Impulsgeber sein. Zum einen werde der Konzern weiter wachstumsstark sein. Und zum anderen will der Börsenbetreiber und Finanzdienstleister die WettbewerbsfĂ€higkeit anderer Unternehmen und des europĂ€ischen Kapitalmarktes durch seine Angebote stĂ€rken. "Wir werden ĂŒber nationale Grenzen hinweg weiterhin stabile BrĂŒcken fĂŒr den Fluss von Kapital errichten und instand halten. Und wir werden in volatilen Zeiten ein stabiler Anker sein - wie wir es seit jeher sind."

Beim Blick zurĂŒck konnte Leithner ein Rekordergebnis vorlegen. Umsatz und Gewinn zogen krĂ€ftig an. Dies ist ein Ergebnis der Neuausrichtung des Konzerns unter seinem VorgĂ€nger Theodor Weimer, der den Konzern in den vergangenen Jahren durch Übernahmen und den Ausbau von AktivitĂ€ten außerhalb des Aktien- und Anleihemarkts unabhĂ€ngiger von Marktschwankungen gemacht hat. Am Finanzmarkt selbst wurde der Kurs Weimers honoriert. In seinen sieben Jahren an der Spitze des Unternehmens stieg der Aktienkurs um 130 Prozent.

Anders als Weimer, der 2018 in einer Krise nach einer abermals missglĂŒckten Übernahme der Londoner Börse und InsidergeschĂ€ften seines VorgĂ€ngers Carsten Kengeter an die Spitze gekommen war, muss Leithner mit dem Kurs seines VorgĂ€ngers nicht brechen. Aufbauend auf den Erfolgen Weimers kann er die Deutsche Börse kontinuierlich weiterentwickeln. "Ich bin froh und auch stolz darauf, mit diesen Kolleginnen und Kollegen nun, nach sehr erfolgreichen Jahren unter der FĂŒhrung von Theodor Weimer, mit derselben Leidenschaft neue Horizonte zu erschließen."

Leithner sieht die Deutsche Börse als einen sehr wichtigen Baustein fĂŒr einen funktionierenden europĂ€ischen Kapitalmarkt. "Kein anderes Unternehmen in unserem Sektor ist so europĂ€isch wie die Deutsche Börse Gruppe. Wir sind auf breiter europĂ€ischer Basis der Motor, um den europĂ€ischen Kapitalmarkt stĂ€rker zu machen", sagte er. "Europa hat mit der Deutschen Börse mehr als nur eine Börse. Europa hat einen Betreiber von kritischer Kapitalmarktinfrastruktur auf ganzer Breite, der auf globaler Ebene mitspielt."

FĂŒr die AktionĂ€re soll sich dies durch weiter steigende ErtrĂ€ge und Gewinne auszahlen. Im laufenden Jahr sollen die Nettoerlöse ohne das vor allem von den Zinsen abhĂ€ngige Treasury-Ergebnis um circa neun Prozent auf rund 5,2 Milliarden Euro steigen. Beim operativen Gewinn peilt der Konzernvorstand um Leithner einen Wert von 2,7 Milliarden Euro an (2024: 2,35).

Beim Treasury-Ergebnis rechnet er im laufenden Jahr mit steigendem Gegenwind durch niedrigere Zinsen. Es werde daher 2025 nur bei mehr als 800 Millionen Euro nach etwas mehr als einer Milliarde Euro im vergangenen Jahr erwartet. 2026 geht die Deutsche Börse von einem weiter sinkenden Treasury-Ergebnis in Höhe von 700 Millionen Euro.

Die Nettoerlöse 2026 ohne das Treasury-Ergebnis sollen auf circa 5,7 Milliarden Euro klettern. Davon sollen 3,1 Milliarden Euro als operatives Ergebnis hĂ€ngenbleiben. Experten halten diese Ziele fĂŒr realistisch. 2024 zogen die Nettoerlöse um 16 Prozent auf knapp 4,8 Milliarden Euro an. Der operative Gewinn kletterte um fast ein FĂŒnftel auf etwas mehr als 2,3 Milliarden Euro nach oben. Unter dem Strich verdiente der Konzern 1,95 Milliarden Euro und damit 13 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die AktionĂ€re sollen eine um 20 Cent auf 4 Euro je Aktie erhöhte Dividende erhalten. Dies ist die zehnte Dividendenerhöhung in Folge. Die Deutsche Börse kĂŒndigte zudem den RĂŒckkauf eigener Aktien von bis zu 500 Millionen Euro an. Das Volumen des AktienrĂŒckkaufs fĂ€llt ĂŒberraschend hoch aus. Die 2024er-Zahlen, der Ausblick und die Dividende lagen dagegen insgesamt im Rahmen der Erwartungen. An der Börse kamen die Nachrichten in Summe gut an.

Die im Dax DE0008469008 notierten Aktie erklomm am Vormittag abermals ein Rekordhoch. Der Kurs kletterte um bis zu knapp zwei Prozent auf 246,30 Euro. Dieses Niveau konnte das Papier nicht ganz halten, lag zuletzt aber immer noch mit knapp einem Prozent im Plus. Damit zog der Börsenwert in diesem Jahr um weitere zehn Prozent an. Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 46 Milliarden Euro liegt die Deutsche Börse inzwischen im vorderen Mittelfeld der 40 Dax-Titel, nachdem sie Ende 2017 noch im unteren Mittelfeld bei damals noch 30 Werten im Dax gelegen hatte.

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