AKTIE IM FOKUS 2: Vergleichs-Euphorie bei Bayer verflogen - Kursrutsch
18.02.2026 - 10:43:02 | dpa.de(neu: Kurs und Details)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Euphorie der Bayer-AktionĂ€re DE000BAY0017 ĂŒber den Glyphosat-Vergleich in den USA wĂ€hrte nicht lange. Auf den Kurssprung vom Vortag folgte am Mittwoch ein Rutsch. Mit einem Einbruch um fast 9 Prozent auf rund 45 Euro fielen die Papiere der Leverkusener sogar unter ihre 21-Tage-Linie zurĂŒck. Tags zuvor hatten sie erstmals seit 2023 wieder fast 50 Euro gekostet und am Ende um gut sieben Prozent zugelegt.
Die erste Freude war groĂ, nachdem Bayer einen umfassenden Sammelvergleich fĂŒr die US-Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten angekĂŒndigt hatte. Experten sehen dies als weiteren, sehr wichtigen Schritt, um die seit Jahren anhĂ€ngigen Glyphosat-Klagen vom Tisch zu bekommen.
Aktien von Bayer waren seit Oktober mit einem Kursplus von 85 Prozent bis Dienstagabend bereits immens gestiegen. Sie kosten aber immer noch deutlich weniger als vor der ersten Niederlage in einem US-Glyphosatverfahren im Sommer 2018. Damals notierten sie bei gut 93 Euro.
RĂŒckenwind hatten positive Studiendaten zum Blutgerinnungshemmer Asundexian geliefert, die Hoffnungen auf ein Milliardenmedikament machten, sowie die Aussicht, dass der US Supreme Court eine PrĂ€zedenzentscheidung zugunsten von Bayer fĂŒr zahlreiche anhĂ€ngige Glyphosat-Verfahren trifft. Diese Entscheidung des höchsten US-Gerichts ist auch vor dem Hintergrund des Glyphosat-Vergleichs der wohl gröĂte Unsicherheitsfaktor. Offen sei, was passiere, wenn die Richter nicht im Sinne von Bayer entschieden, so Experte Charles Pitman-King von Barclays.
Die Richter mĂŒssen entscheiden, ob Bundesrecht zu Warnhinweisen beim Verkauf der Unkrautvernichter - wie Bayer argumentiert - ĂŒber dem Recht von Bundesstaaten steht. Es geht also im Kern darum, ob hinreichend vor den Risiken im Umgang mit dem Unkrautvernichter gewarnt wurde.
Daher sei die Entscheidung des Supreme Court auch so wichtig, so Analyst Richard Vosser von der Bank JPMorgan. Denn ein fĂŒr Bayer gĂŒnstiger Ausgang wĂŒrde dann KlĂ€ger betreffen, die ihre AnsprĂŒche mit fehlenden Warnhinweisen begrĂŒndeten und dem vorgeschlagenen Sammelvergleich nicht zustimmten. Und ersteres sei wohl geschĂ€tzt die Grundlage fĂŒr etwa 80 Prozent aller FĂ€lle.
Auf eine weitere UnwĂ€gbarkeit wies Vosser obendrein hin. Denn es bestehe durchaus auch die Möglichkeit, dass sich viele KlĂ€ger gegen den von Bayer angestrebten Sammelvergleich entscheiden. Sollten es zu viele sein, wĂŒrde der gesamte Deal laut Bayer platzen.
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