AKTIE IM FOKUS 2: Mercedes-Benz schwĂ€cher - EnttĂ€uschung ĂŒber Automobilmarge
25.10.2024 - 11:57:55(neu: Kurs, weitere Stimmen, mehr Details, Sektorentwicklung)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein schwaches China-GeschĂ€ft und eine enttĂ€uschende ProfitabilitĂ€t haben die Aktien von Mercedes-Benz DE0007100000 am Freitag belastet. Nach der Vorlage von Quartalszahlen bĂŒĂten sie am Vormittag ihre Vortagesgewinne wieder ein und fielen zeitweise bis an die UnterstĂŒtzung von Anfang Oktober im Bereich der 56-Euro-Marke.
Zuletzt dĂ€mmten sie das Minus etwas ein auf 1,2 Prozent auf 57,65 Euro, knapp darunter verlĂ€uft die 21-Tage-Linie als Signalgeber fĂŒr den kurzfristigen Trend. Im etwas höheren Dax DE0008469008 lagen Mercedes-Benz auf den hinteren PlĂ€tzen. Im Nachgang des Ifo-Index hatte es der Leitindex am Freitag ins Plus geschafft.
Am Markt hieà es, die ProfitabilitÀt in der Automobil-Kernsparte sei enttÀuschend. Börsianer gewichteten die MargenschwÀche von Mercedes zudem höher als den starken freien Mittelfluss.
Mit Pkws hatten die Stuttgarter im dritten Quartal nur eine operative Gewinnmarge von 4,7 Prozent erzielt. Konzernchef Ola KĂ€llenius hatte die Experten fĂŒr das zweite Halbjahr auf eine Marge von um die 6 Prozent eingestellt. Finanzchef Harald Wilhelm stellte am Freitag in der Telefonkonferenz mit Analysten fĂŒr das vierte Quartal eine Marge von 6 bis 7 Prozent in Aussicht.
Mit Blick auf das Gesamtjahr plant Wilhelm noch mit einer Marge von 7,5 bis 8,5 Prozent. Ănderungen an den im September gekappten Zielsetzungen gab es nicht mehr. Laut Analyst Patrick Hummel von der UBS implizieren die Ziele fĂŒr das Schlussquartal eine Marge von etwa 8 Prozent.
Mercedes-Benz macht wie anderen Autoherstellern die SchwÀche auf dem wichtigen chinesischen Markt zu schaffen. Dort steht Mercedes in einem harten Wettbewerb. Die allgemein schwache Wirtschaftslage kommt hinzu.
"Deutschlands Autobauer leiden schon jetzt unter einer schwĂ€cheren Nachfrage. Gerade teurere Modelle der Marke Mercedes verkaufen sich in diesen Tagen nur schwer, vor allem in China, aber auch an vielen anderen Orten der Welt und nicht zuletzt im Heimatmarkt", erklĂ€rte der Kapitalmarktstratege JĂŒrgen Molnar vom Broker RoboMarkets.
So erklĂ€rt es sich, dass neben Mercedes-Benz in den zurĂŒckliegenden Wochen auch andere europĂ€ische Autobauer Gewinnwarnungen herausgeben mussten. Darunter Volkswagen DE0007664039, BMW DE0005190003 und Stellantis NL00150001Q9, deren Aktien am Freitag mit Ausnahme von Stellantis moderat nachgaben.
Wie Stellantis drehte der gesamte europĂ€ische Autosektor EU0009658681 am Freitag knapp ins Plus, auch ungeachtet eines Kursrutsches beim Zulieferer Valeo, der als nĂ€chster Branchenwert seinen Umsatzausblick kĂŒrzte. An der seit April sehr schwachen Tendenz im Sektor Ă€ndert eine Stabilisierung aber nichts. Der Streit zwischen der EU und China ĂŒber Importzölle auf Elektroautos aus China verstĂ€rkte jĂŒngst die Unsicherheit unter den Anlegern.

