AKTIEN IM FOKUS 2: Zinshoffnung treibt Immobilienwerte - Nur Aroundtown schwach
29.11.2023 - 12:14:36 | dpa.de(neu: Kurse, mehr Details, Expertenstimmen)
FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Immobilienwerte haben am Mittwoch mit Ausnahme von Aroundtown LU1673108939 von ersten Inflationsdaten aus Deutschland profitiert. Hinzu kam neu erwachter Optimismus ĂŒber bald sinkende Leitzinsen in den USA, der auch europaweit der Immobilienbranche Auftrieb bescherte. Die Branche leidet besonders unter dem im Zuge der InflationsbekĂ€mpfung stark gestiegenen Zinsniveau.
Der Stoxx Europe Real Estate CH0024505783 legte als einer der gefragtesten europĂ€ischen Sub-Indizes um 1,7 Prozent auf 121,44 Punkte zu. Die Erholung trug ihn zeitweise sogar zurĂŒck an ein Hoch aus dem Monat MĂ€rz.
Unter den Einzelwerten stiegen Vonovia DE000A1ML7J1 um 2,4 Prozent und LEG DE000LEG1110 gewannen 2,9 Prozent. Beide liegen fĂŒr 2023 inzwischen gut 18 Prozent im Plus, nachdem sie im Jahresverlauf zunĂ€chst 25 beziehungsweise 30 Prozent eingebĂŒĂt hatten.
Im SDax DE0009653386 legten Grand City Properties LU0775917882 um 1,4 Prozent zu, wĂ€hrend Aroundtown von Anlegern nach enttĂ€uschenden Neumonatszahlen abgestraft wurden. Sie bĂŒĂten am SDax-Ende zwischenzeitlich bis zu 11 Prozent ein. Im Verlauf drehten sie angesichts der BranchenstĂ€rke jedoch an der 50-Tage-Linie wieder nach oben und gaben zuletzt noch um 3,0 Prozent nach. Der bisherige Jahresgewinn der Aktie belĂ€uft sich damit auf etwas mehr als zwei Prozent. Der Gewerbeimmobilienspezialist schrieb wegen des schwachen Umfelds unter dem Strich tiefrote Zahlen.
Unter den europÀischen Werten legten aus dem Vereinigten Königreich unter anderem British Land GB0001367019 um 2,5 Prozent und Derwent London GB0002652740 um 1,9 Prozent zu. Rightmove GB00B2987V85 stiegen um 2,3 Prozent. In Paris gewannen Unibail-Rodamco-Westfield FR0013326246 2,9 Prozent und Covivio FR0000064578 1,8 Prozent, und auch Immobilien-Aktien aus der Schweiz verzeichneten Gewinne.
Die Kurse profitierten vor allem davon, dass Christopher Waller, Mitglied des Direktoriums der US-Notenbank Fed, die Investoren in ihrem geldpolitischen Optimismus bestÀrkt hatte. "Zwar wird man am Freitag noch auf die Worte von Fed-PrÀsident Jerome Powell hören. Aber nach Wallers Rede sehen sich die Anleger in ihrer Erwartung bestÀtigt, dass als nÀchster Schritt die Wende in der Geldpolitik eingeleitet wird", sagte Chef-Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. 2024 rechne der Markt jetzt mit vier kleinen Zinssenkungen in den USA.
Erste Preisdaten aus Deutschland stĂŒtzten die gute Stimmung. In mehrern BundeslĂ€ndern schwĂ€chte sich die Inflation spĂŒrbar ab. Dies deutet auch auf einen nachlassenden Inflationsdruck in ganz Deutschland hin. Am Donnerstag stehen Daten zur Teuerung aus der Eurozone und den USA an. Dabei gilt die Aufmerksamkeit vor allem dem von der Fed bevorzugten Inflationsindikator PCE.
WĂ€hrend die Deutsche Bank mit gleichbleibendem Preisdruck rechnet, erwarten die Experten der Commerzbank ein Nachlassen. Allerdings liegt die Teuerung auch dann wohl immer noch klar ĂŒber dem Fed-Ziel von zwei Prozent.
Zu Aroundtown merkte Baader-Bank-Analyst Andre Remke unterdessen an, der Konzern habe mit seinem operativen Ergebnis (FFO) etwas schwĂ€cher abgeschnitten als von ihm erwartet. Analyst Charles Boissier von der UBS wies zudem darauf hin, dass das Management fĂŒr die weitere Entwicklung des Gewerbeimmobilienmarktes einen vorsichtigen Ton angeschlagen habe./ck/tav/jha/
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