Streikende Lufthansa-Piloten lassen erneut hunderte FlĂŒge ausfallen
13.03.2026 - 14:16:17 | dpa.de(neu: Aktualisiert.)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Mehr als 600 FlugausfĂ€lle und tausende enttĂ€uschte Passagiere: Der Streik der Piloten hat auch am zweiten Tag die Lufthansa DE0008232125 und ihre Kunden empfindlich getroffen. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) sieht Belege fĂŒr eine unerwartet hohe Beteiligung der BeschĂ€ftigten, wartet aber weiterhin auf ein neues Angebot des Arbeitgebers im festgefahrenen Tarifkonflikt um die Betriebsrenten. Erst fĂŒr den Samstag erwartet Lufthansa wieder einen Flugverkehr im ĂŒblichen Umfang.
Nach Angaben des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport DE0005773303 fielen am zweiten Streiktag in Frankfurt rund 450 von 1.225 geplanten Starts und Landungen aus. In MĂŒnchen wurden 180 von rund 800 Flugbewegungen gestrichen. Die Zahlen beziehen sich auf alle Fluggesellschaften, die AusfĂ€lle sind wesentlich der Lufthansa zuzuordnen. An den anderen deutschen FlughĂ€fen sind nur LufthansaflĂŒge in die beiden Drehkreuze betroffen, wĂ€hrend zum Beispiel Eurowings wie gewohnt fliegt.
Lufthansa: Halten Sonderflugplan ein
Lufthansa hat fĂŒr die Streikzeit einen Sonderflugplan aufgestellt, der mindestens die HĂ€lfte der ĂŒblichen FlĂŒge anbietet. Auf der Langstrecke sollten 60 Prozent stattfinden. Dieser Flugplan werde weiterhin eingehalten, erklĂ€rte eine Sprecherin. Lufthansa wollte nach eigener AnkĂŒndigung gröĂere Flugzeuge einsetzen, FlĂŒge von nicht bestreikten Konzernairlines erledigen lassen und freiwillige Crews einsetzen.
Vorwurf der SchönfÀrberei
Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit sprach am Freitagmittag hingegen von einer Ausfallquote von mehr als 65 Prozent. VC-VizeprĂ€sidentin Katharina Diesseldorff warf dem Unternehmen erneut "SchönfĂ€rberei" vor. Sie sagte: "Die Lufthansa hat natĂŒrlich ein Interesse daran, ihre Zahlen möglichst positiv darzustellen und damit zu suggerieren, der Streik sei weniger wirksam. Unsere Zahlen zeigen jedoch sehr deutlich, dass die Beteiligung sehr hoch ist."
Ein Lufthansa-Sprecher reagierte darauf mit den Worten: "Wir halten nichts von gegenseitigen öffentlichen Bezichtigungen und werden uns insofern nicht daran beteiligen."
Cityline fliegt wieder
Der am Donnerstag begonnene Streik bei der Lufthansa-Kerngesellschaft und der Fracht-Tochter Cargo sollte noch bis Mitternacht dauern. Es geht in dem Tarifkonflikt um die Betriebsrenten von rund 4.800 Pilotinnen und Piloten. Beendet wurde hingegen der nur auf einen Tag geplante Streik bei der Regionaltochter Lufthansa Cityline. Dort wollen die Piloten höhere GehÀlter durchsetzen.
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