AKTIEN IM FOKUS 2: Merck und Sartorius schnellen hoch - weniger GeschÀftssorgen
17.10.2024 - 11:59:51(neu: Kurse, Sartorius Stedim Biotech und Analysten-Stimmen)
FRANKFURT/PARIS (dpa-AFX) - Die Stammaktien der Merck KGaA DE0006599905 und die Vorzugsaktien von Sartorius DE0007165631 haben am Donnerstag einen Erholungskurs eingeschlagen. Sorgen in puncto GeschÀftsentwicklung nahmen ab.
Merck stiegen bis zum Mittag in einem freundlichen Marktumfeld um gut fĂŒnf Prozent auf 162,15 Euro. Seit dem Jahreshoch von 177 Euro Ende August war es zuletzt nach unten gegangen. FĂŒr 2024 steht nun wieder ein Kursplus von rund 13 Prozent auf dem Zettel.
Die Papiere des DarmstĂ€dter Pharma- und Spezialchemiekonzerns dĂŒrften laut einem HĂ€ndler auch von der Erleichterung bei Sartorius profitiert haben. Bei dem Pharma- und Laborzulieferer aus Göttingen liefen die GeschĂ€fte im dritten Quartal wie erwartet und teils sogar leicht besser. Mut mache eine im Vergleich zum Vorquartal verbesserte Kennziffer zur Auftragslage, schrieb der Experte James Vane-Tempest vom Analysehaus Jefferies.
Analystin Delphine Le Louet vom US-Analysehaus Bernstein Research urteilte: "Die GeschÀfte von Sartorius haben sich im dritten Quartal stabilisiert. Und das ist, was wir von dem Unternehmen sehen wollten." Allerdings seien die Vorzugsaktien aktuell deutlich zu hoch bewertet.
Zudem bestĂ€tigte Sartorius die Jahresziele, was angesichts niedriger Erwartungen vieler Investoren ausgereicht haben sollte, die Vorzugsaktien zu stĂŒtzen, schrieb Analyst Charles Weston von der kanadischen Bank RBC. Am Markt waren nach kassierten Jahreszielen des Schweizer Branchenkollegen Tecan CH0012100191 am Vortag Sorgen mit Blick auf Sartorius aufgekommen und hatten allgemein belastet.
FĂŒr die zuletzt teils arg gebeutelten Anteilsscheine von Sartorius ging es am Donnerstag an der Dax-Spitze DE0008469008 um fast zwölf Prozent auf 255,40 Euro nach oben. 2024 notieren die Papiere gleichwohl immer noch knapp ein Viertel im Minus. Damit zĂ€hlen sie zu den schwĂ€chsten im deutschen Leitindex. KaufzurĂŒckhaltung der Kunden, die sich wĂ€hrend der Corona-Pandemie die Lager gefĂŒllt hatten, lastete auf den GeschĂ€ften des Unternehmens und auf dem Aktienkurs.
Indes feierten die Anleger am Donnerstag auch die GeschĂ€ftszahlen der Tochter Sartorius Stedim Biotech FR0013154002. Deren Aktienkurs war in Paris im frĂŒhen Handel um mehr als 17 Prozent angesprungen. Zuletzt bewegten sich die Papiere mit einem Plus von gut 11 Prozent auf 196,70 Euro auf dem Niveau von Mitte Mai.
Bei Sartorius Stedim sei die Dynamik der AuftrĂ€ge im Segment Bioprozesstechnik etwas stĂ€rker gewesen als angenommen, schrieb Analyst James Quigley von der US-Investmentbank Goldman Sachs. Kunden hĂ€tten ihre LagerbestĂ€nde ĂŒberwiegend abgebaut.
Mit Blick auf Merck ziehe neben den eher positiven Signalen seitens Sartorius wohl das Zauberwort "KĂŒnstliche Intelligenz" (KI), sagte der HĂ€ndler weiter. Dass Merck nach zwei Studienflops mit wichtigen Medikamenten seine mittelfristigen Wachstumsambitionen fĂŒr die Pharmasparte eindampfte, war laut den Experten des Analysehauses Jefferies zudem keine Ăberraschung.
Dagegen Ă€uĂerte sich das Merck-Management beim Kapitalmarkttag zuversichtlich, mittelfristig wieder zu nachhaltigem Wachstum zurĂŒckkehren zu können. Dabei dĂŒrfte Merck eigenen Angaben zufolge dank des Booms von KI-Anwendungen von einer beschleunigten Entwicklung in seiner Elektronik-Sparte mit Halbleitermaterialien profitieren. FĂŒr diesen Bereich hob Merck seine Mittelfristziele denn auch an. Dies sei angesichts des zuvor konservativen Ansatzes der Unternehmensleitung verstĂ€ndlich, schrieb Analyst Matthew Weston von der Schweizer GroĂbank UBS.

