Büromarkt, Rekordjahr

Frankfurter Büromarkt: Rekordjahr 2025, dann droht Flächen-Knappheit

10.02.2026 - 15:01:12

Der Frankfurter Büromarkt verzeichnete 2025 einen Rekordumsatz, doch eine drohende Fertigstellungslücke bei ESG-konformen Neubauten kündigt einen Vermietermarkt im Premiumsegment an.

Der Frankfurter Büromarkt schloss 2025 mit einem Rekordumsatz von 611.000 Quadratmetern ab. Doch für Mieter moderner Flächen zeichnet sich eine kritische Versorgungslücke ab.

Ein Jahr der Rekorde widerlegt Skeptiker

Entgegen vieler Prognosen erwies sich der Markt als robust. Frankfurt war mit dem Flächenumsatz stärkster Büromarkt Deutschlands und überholte München und Berlin. Treibende Kraft waren Großabschlüsse im Bankensektor, wie die Anmietungen der Commerzbank und der ING. Diese Deals signalisieren eine Rückkehr-zu-Büro-Strategie in hochwertigen Lagen.

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Die Pipeline trocknet aus – Warnung vor Knappheit

Hinter den Rekordzahlen lauert ein strukturelles Problem. Die hohe Fertigstellungsrate 2025 resultiert aus alten Investitionsentscheidungen. Die Zurückhaltung der Entwickler in den Krisenjahren 2023/24 schlägt nun durch: Das Volumen an Neubauflächen wird für 2026 und 2027 deutlich unter dem Durchschnitt liegen.

Viele Projekte wurden aufgrund gestiegener Baukosten und Finanzierungsprobleme gestoppt oder verschoben. Das Angebot an erstklassigen ESG-konformen Neubauflächen (Grade A) wird in den kommenden 24 Monaten drastisch sinken. Experten warnen vor einem sich abzeichnenden Vermietermarkt im Premiumsegment.

Das Paradoxon: Hoher Leerstand, explodierende Spitzenmieten

Der Markt ist extrem polarisiert. Einerseits liegt die Leerstandsquote bei etwa 12,1 Prozent, vor allem in der Peripherie und in veralteten Objekten. Andererseits kletterte die Spitzenmiete im Zentrum auf 54,00 Euro pro Quadratmeter – ein Plus von rund 10 Prozent.

Diese „Bifurkation“, das Auseinanderdriften des Marktes, wird durch EU-ESG-Vorgaben verstärkt. Große Konzerne meiden energetisch ineffiziente Gebäude. Da Neubauten knapp werden, rücken hochwertige Sanierungen in den Fokus.

Ausblick: „Flight to Quality“ dominiert die kommenden Jahre

Für 2026 bis 2028 zeichnet sich ein klares Bild ab:
* Vorvermietungsquoten steigen: Unternehmen müssen sich sehr früh um Flächen bemühen.
* Bestandsdruck wächst: Eigentümer veralteter Immobilien müssen investieren, sonst droht dauerhafter Leerstand.
* Mietpreisentwicklung: Während Durchschnittsmieten gedämpft werden könnten, sind weitere Anstiege bei Spitzenlagen wahrscheinlich.

Das Interesse an Top-Objekten war Ende 2025 bereits höher als im Vorjahr. Diese Dynamik dürfte sich angesichts der drohenden Fertigstellungslücke noch verschärfen. Frankfurt bleibt ein Markt der zwei Geschwindigkeiten.

@ boerse-global.de