Frankreich, Ausbau

Frankreich will Ausbau der Atomenergie forcieren

12.02.2026 - 16:04:38

Frankreich will den Ausbau der Atomenergie verstÀrkt vorantreiben.

Die neue Strategie zur Energieversorgung des Landes sieht den Bau von sechs neuen Atomkraftwerken ab 2038 sowie die Option zum Bau von acht weiteren AKW vor. Um alle 57 bestehenden Atomkraftwerke am Netz zu halten, wird auf eine VerlÀngerung der Laufzeit auf 50 oder 60 Jahre gesetzt. Die in der vorherigen Mehrjahresplanung noch vorgesehene Stilllegung Àlterer Atommeiler ist damit vom Tisch.

Die Produktion von Atomstrom, der rund zwei Drittel der französischen ElektrizitĂ€tsversorgung abdeckt, soll bis 2030 erhöht werden, erklĂ€rte Frankreichs Premier SĂ©bastien Lecornu bei der Vorlage der neuen Strategie. Frankreich ist nach den USA der zweitgrĂ¶ĂŸte Atomstromproduzent und exportiert diesen unter anderem auch nach Deutschland. Der Ausbau erneuerbarer Energien soll nach der neuen Strategieplanung eine zweite SĂ€ule der französischen Energieversorgung bleiben, teils aber langsamer als bisher geplant erfolgen.

Weniger neue Windkraftanlagen

Dies ist bei Offshore-Windparks der Fall, wo es bei geplanten Projekten teils an Kandidaten mangelt und die Anbindung an die Stromnetze gewÀhrleistet werden muss. Auch bei Windkraftanlagen an Land, wogegen sich in Frankreich hÀufig Widerstand regt, werden die Ausbauziele nach unten korrigiert. Der Schwerpunkt soll auf die Modernisierung bereits bestehender Windkraftanlagen gelegt werden, auch um die BeeintrÀchtigung der Landschaft zu reduzieren.

Die Neuauflage von Frankreichs Energiestrategie hatte sich wegen eines politischen Streits um deren Ausrichtung jahrelang verzögert. Konservative und Rechte wollen im Wesentlichen auf Kernkraft setzen und halten nicht viel von Investitionen in erneuerbare Energien, wie sie aus dem linken und grĂŒnen Lager gefordert werden. Angesichts unklarer MachtverhĂ€ltnisse im Parlament galt es fĂŒr Premier Lecornu, die unterschiedlichen Sichtweisen abzuwĂ€gen. Ziel der neuen Strategie ist es, den Anteil fossiler Energiequellen an Frankreichs Versorgung von 58 Prozent im Jahr 2023 auf 40 Prozent bis 2030 zu senken.

@ dpa.de

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