Frankreichs, Premier

Frankreichs Premier will Haushalt durchsetzen und Defizit senken

19.01.2026 - 19:03:45

Frankreichs Premier SĂ©bastien Lecornu will den fĂ€lligen Haushalt nach erfolglosen Beratungen ohne Abstimmung durchs Parlament drĂŒcken und das hoch verschuldete Land auf Erholungskurs bringen.

An der geplanten Senkung des Haushaltsdefizits auf fĂŒnf Prozent werde festgehalten, sagte Lecornu in Paris. Er wolle Chaos in Frankreich verhindern und das wochenlange Spektakel um den Haushalt beenden. Nachdem sich ein Haushaltskompromiss im Parlament als unmöglich erwiesen habe, gebe es nun einen Entwurf, der zumindest Forderungen verschiedener politischer Strömungen berĂŒcksichtige.

Dass der Premier des EU-Schwergewichts Frankreich nach einer HĂ€ngepartie beim Haushalt nun die ZĂŒgel in die Hand nimmt, dĂŒrfte von der Wirtschaft und EU-PartnerlĂ€ndern wie Deutschland begrĂŒĂŸt werden. Sobald das Budget in trockenen TĂŒchern ist, haben Unternehmen wieder Klarheit fĂŒr Investitionen und das Einstellen von Personal und auch die öffentliche Hand kann wieder investieren. Die Aussicht darauf, dass Frankreich seine Schuldenproblematik angeht, ist inmitten zahlreicher Krisen auch ein positives Signal an die EU.

ZugestÀndnisse an Sozialisten

Damit der Haushalt unter Dach und Fach kommt, muss Lecornu nun in drei Etappen auf einen Sonderartikel der Verfassung zurĂŒckgreifen, der in Frankreich bei Streit um den Haushalt regelmĂ€ĂŸig angewendet wird. Der Premier wird sich danach zwar erneut einem Misstrauensvotum aus der Opposition stellen mĂŒssen. Dass seine Mitte-Rechts-Regierung dadurch zu Fall kommt, gilt aber als unwahrscheinlich. Lecornu hat sich nĂ€mlich mit ZugestĂ€ndnissen beim Haushalt die UnterstĂŒtzung der Sozialisten gesichert.

So hatte der Premier, der ein enger Vertrauter von PrĂ€sident Emmanuel Macron ist, die umstrittene Rentenreform von PrĂ€sident Macron ausgesetzt. Außerdem wird es keine Steuererhöhungen fĂŒr die Bevölkerung geben und zusĂ€tzliche Hilfen fĂŒr Geringverdiener.

@ dpa.de