Freecash: Tiktok-Werbeversprechen locken Nutzer in Datenfalle
26.01.2026 - 18:09:12Ein viraler Werbetrend auf TikTok verspricht schnelles Geld fürs Scrollen – doch dahinter steckt eine App, die sensible Nutzerdaten sammelt und an Spieleentwickler verkauft. Die Berliner Firma Almedia steht im Zentrum der Kontroverse.
Die App Freecash katapultierte sich mit irreführenden TikTok-Anzeigen an die Spitze der Download-Charts. Die Werbeclips imitieren offizielle Jobangebote von TikTok und suggerieren, Nutzer könnten bis zu 35 Euro pro Stunde verdienen, indem sie einfach durch ihre „For You“-Seite scrollen. TikTok hat begonnen, diese gegen die Richtlinien verstoßenden Anzeigen zu entfernen.
Der Haken offenbart sich erst nach der Installation. Statt Entlohnung für die Social-Media-Nutzung bietet Freecash nur eine Plattform für mobile Spiele wie Monopoly Go oder Disney Solitaire. Nutzer sollen dort zeitaufwendige Herausforderungen meistern, um Cent-Beträge zu verdienen. Höhere Auszahlungen gibt es nur für das Erreichen hoher Level innerhalb kurzer Fristen – was oft echtes Geld für In-App-Käufe erfordert.
Das Geschäftsmodell ist eindeutig: Freecash dient als Vermittlungsplattform für User-Akquise. Die Muttergesellschaft Almedia aus Berlin gibt offen zu, historische Ausgabendaten zu nutzen, um Nutzer zu jenen Spielgenres zu lenken, in denen sie für Werbetreibende am „wertvollsten“ sind.
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Der wahre Preis: Umfassende Datenerfassung
Die größte Gefahr lauert in der Datenschutzerklärung. Cybersicherheitsexperten warnen: Freecash darf automatisch hochsensible Daten sammeln. Dazu gehören Informationen über Rasse, Religion, Sexualleben, Gesundheit und sogar biometrische Daten.
Mit jedem neuen Spiel, das über Freecash heruntergeladen wird, potenziert sich das Risiko. Jede App bringt eigene Tracking-Mechanismen mit. So entsteht ein detailliertes, mehrschichtiges Nutzerprofil, das für Datenhändler äußerst wertvoll ist. Analysten befürchten, dass solche Profile genutzt werden könnten, um besonders anfällige Personen für Betrug zu identifizieren.
Affiliate-Marketing und mangelnde Kontrolle
Auf Nachfragen zu den irreführenden TikTok-Anzeigen erklärt Freecash, die dreistesten Werbemittel seien von Drittpartnern aus dem Affiliate-Programm erstellt worden. Das Unternehmen kündigte an, die Überwachung dieser Partner zu verschärfen. Der Vorfall unterstreicht ein systemisches Problem im digitalen Marketing, wo Partner oft mit fragwürdigen Methoden Installationen und Provisionen maximieren.
Der Skandal trifft TikTok zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Plattform steht selbst unter Beobachtung wegen ihrer Datenschutzpraktiken. Vor allem EU-Regulierer drängen auf mehr Transparenz bei Werbeanzeigen.
Was Nutzer jetzt tun sollten
Der rasante Aufstieg von Freecash ist eine klassische Warnung: Was zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es meist auch. Sicherheitsexperten raten zu größter Vorsicht bei Versprechen von leicht verdientem Geld im Internet.
Nutzer sollten App-Berechtigungen genau prüfen und misstrauisch sein, wenn Apps das Herunterladen weiterer Anwendungen fordern. In einer oft undurchsichtigen digitalen Welt bleibt gesunde Skepsis der beste Schutz der Privatsphäre.
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