LEG Immobilien lÀsst Branchenkrise hinter sich
11.10.2024 - 07:35:00"FĂŒr uns als Wohnungsbestandshalter ist die Krise vorbei", sagte Unternehmenschef Lars von Lackum im GesprĂ€ch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. 2023 sei bezĂŒglich der Abwertungen von Immobilien das schlimmste Jahr fĂŒr das Unternehmen gewesen. Auch der Verkauf von Immobilien kommt laut dem Manager wieder etwas mehr in Schwung. "Wir sehen wieder mehr KĂ€ufer und mehr Geld im Markt", sagte von Lackum.
Bis Anfang August habe das Unternehmen Immobilien im Wert von 234 Millionen Euro etwa an Pensionsfonds, Versicherer, offene Fonds, Private Equity sowie auch an Privatpersonen verĂ€uĂert. Die Verkaufserlöse hĂ€tten leicht ĂŒber dem Buchwert gelegen. Derzeit stĂŒnden noch 3000 Wohneinheiten zum Verkauf, die im Durchschnitt oberhalb des Buchwertes verkauft werden sollen.
Mit ZukĂ€ufen werde sich das Unternehmen bis zu einem LTV - das VerhĂ€ltnis des Kreditbetrages zum Marktwert - von 45 Prozent zurĂŒckhalten, betonte von Lackum. Einzige Ausnahme sei das Immobilienunternehmen Brack Capital Properties (BCP), an dem die Gesellschaft derzeit 36 Prozent hĂ€lt.
Der aktuelle BCP-Mehrheitseigner Adler Group LU1250154413 könnte nach erfolgreicher Restrukturierung seine Anteile wohl in einem strukturierten Verkaufsprozess an den Markt bringen. An diesem Anteil hÀtte LEG Interesse, aber nicht zu jedem Preis. Adler ist derzeit noch mit 63 Prozent an BCP beteiligt. Rund ein Prozent gehört MinderheitsaktionÀren, da das Unternehmen an der israelischen Börse notiert ist.
Wohnimmobilienkonzerne hĂ€tten zwar das Schlimmste hinter sich, fĂŒhrte von Lackum weiter aus. Das gelte aber nicht fĂŒr die Projektentwickler. Der Transaktionsmarkt sei immer noch schwergĂ€ngig, und dies bedrohe die Existenz von Immobilienentwicklern. Das schlieĂe nicht nur Gewerbe-, sondern auch Wohnimmobilienentwickler ein.
Mit Blick auf allgemeine Forderungen nach gĂŒnstigem Wohnungsbau fĂŒgte der LEG-Chef hinzu, er glaube nicht, "dass in dem aktuellen politischen Umfeld kostengĂŒnstiger Wohnraum geschaffen werden kann."
Die Probleme wĂŒrden nicht auf der bundesgesetzlichen Ebene liegen, sondern das Bauen scheitere im Lokalen, im Kleinen. "Wir haben beim Neubau kein Erkenntnisproblem, wir haben ein Umsetzungsdefizit und den mangelnden Durchgriff letztlich eines Verantwortlichen, diese Entscheidung zu treffen."

