Ukraine-Hilfsbedarf, Milliardensumme

EU schÀtzt Ukraine-Hilfsbedarf auf riesige Milliardensumme

06.10.2025 - 17:10:48

FĂŒr die militĂ€rische und finanzielle UnterstĂŒtzung der Ukraine wird in den kommenden zwei Jahren voraussichtlich ein dreistelliger Milliardenbetrag benötigt.

Wie ein EU-Beamter in BrĂŒssel sagte, schĂ€tzt der Internationale WĂ€hrungsfonds (IWF) den Bedarf an Haushaltshilfen fĂŒr das Funktionieren des Staates 2026 und 2027 auf 60 Milliarden US-Dollar (51 Mrd. Euro). Hinzu kĂ€men vermutlich mindestens 80 Milliarden Euro fĂŒr Waffen und Munition fĂŒr den Abwehrkampf gegen Russland - und dabei ist schon einkalkuliert, dass der Krieg möglicherweise nicht mehr volle zwei Jahre in der derzeitigen Form weitergeht.

In Kriegszeiten muss den Angaben zufolge mit etwa 60 Milliarden Dollar (51 Mrd. Euro) pro Jahr kalkuliert werden. Selbst im Fall eines Waffenstillstandes werden fĂŒr die UnterstĂŒtzung der ukrainischen StreitkrĂ€fte demnach noch etwa 25 Millionen US-Dollar (21 Mrd. Euro) im Jahr nötig.

Bundeskanzler Friedrich Merz und EU-Kommissarin Ursula von der Leyen erklĂ€ren mit dem riesigen Finanzbedarf der Ukraine ihre PlĂ€ne fĂŒr eine Nutzung von in der EU eingefrorenen Zentralbankgeldern Russlands. Sie sehen vor, der Ukraine mit dem Vermögen Darlehen in Höhe 140 Milliarden Euro geben.

Russland soll das Geld nur dann zurĂŒckbekommen, wenn es nach einem Ende des Krieges gegen die Ukraine Reparationszahlungen leistet. FĂŒr den Fall, dass die eingefrorenen russischen Gelder unerwartet wieder freigegeben werden mĂŒssen, sollen die EU-Staaten Garantien leisten.

Ob die PlÀne umgesetzt werden können, ist allerdings noch unklar, weil insbesondere Belgien erhebliche Rechtsrisiken sieht. Das Land ist ein zentraler Akteur, da die russischen Gelder dort derzeit von dem Unternehmen Euroclear verwaltet werden.

Das Vorhaben soll nun bei einem EU-Gipfel in der vorletzten Oktoberwoche weiter diskutiert werden. Die EU-Kommission hofft, dass es dann Fortschritte gibt, die eine Auszahlung erster Gelder an die Ukraine im zweiten Quartal des nÀchsten Jahres ermöglichen.

Der Ukraine keine UnterstĂŒtzung mehr zur VerfĂŒgung zu stellen, wĂŒrde höchstwahrscheinlich zu einem Zusammenbruch des Landes fĂŒhren und Europa gleichzeitig einem erheblichen Sicherheitsrisiko aussetzen, warnte der ranghohe EU-Beamte. Er verwies dabei auch darauf, dass auf die USA bei der finanziellen UnterstĂŒtzung nicht mehr gezĂ€hlt werden könne.

Die bisherigen EU-Ukraine-Hilfen seit Kriegsbeginn im Februar 2022 werden derzeit auf rund 178 Milliarden Euro beziffert.

@ dpa.de