Experten sehen Forschungsbedarf fĂŒr PV-Anlagen auf dem Meer
12.01.2025 - 09:00:19Zu klĂ€ren sei etwa, wie die Materialien einer schwimmenden PV-Anlage, englisch auch Floating-PV genannt, unter den Umweltbedingungen auf dem Meer bestehen werden, sagt Bengt JĂ€ckel, der am Fraunhofer-Center fĂŒr Silizium-Photovoltaik in Halle forscht. "Anders als etwa bei einem Windrad auf See setzen Wind und Wellen bei Floating-PV das ganze System rund um die Uhr in Bewegung. Das ist etwas Neues", sagte der Wissenschaftler der Deutschen Presse-Agentur.
Schwimmende Solarkraftwerke kommen bislang etwa auf BinnengewĂ€ssern wie gefluteten TagebauflĂ€chen oder Stauseen zum Einsatz. Es gibt auch erste AnsĂ€tze, die Technik in der Nordsee zu erproben. Experten sehen neben der FlĂ€chenverfĂŒgbarkeit auf See auch Synergien durch Netzanbindungen von Offshore-Windparks als mögliche Vorteile. Vergangenes Jahr wurde mit Beteiligung von RWE DE0007037129 eine Pilotanlage vor der niederlĂ€ndischen KĂŒste installiert.
Bislang keine Vorhaben in deutschen KĂŒstengewĂ€ssern
Neben weiteren technischen Fragen, etwa aus welchen Materialien die PV-Anlagen und die TrĂ€gerkonstruktionen gebaut sein mĂŒssen, brauche es auch Forschung zu dem Einfluss auf die Meeresökologie, sagte JĂ€ckel. GrundsĂ€tzlich stehe die Forschung bei der Frage der Interaktion zwischen Wassersystem und schwimmenden PV-Anlagen noch am Anfang des VerstĂ€ndnisses.
Diese EinschĂ€tzung teilt auch das zustĂ€ndige Bundesamt fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg. Auf Anfrage teilt die Behörde mit, aktuell könne nicht eingeschĂ€tzt werden, ob eine Installation etwa in der Deutschen Bucht technisch möglich sei. "Die technische Machbarkeit ist abhĂ€ngig von der eingesetzten Technologie und mĂŒsste von einem VorhabenstrĂ€ger untersucht werden." Anfragen dazu lĂ€gen bislang nicht vor.
In der deutschen KĂŒstenregion sind laut JĂ€ckel bislang keine Pilotprojekte bekannt. "Die NachbarlĂ€nder sind da etwas aktiver." Damit die Technik einen Beitrag zur Energiewende leisten könne, brauche es eine hohe ZuverlĂ€ssigkeit. Dazu seien mehr Pilotprojekte nötig, um die Komponenten ĂŒber Jahre unter Umweltbedingungen auf dem Meer zu erproben.

