GameStop Aktie: 43,4 Millionen eBay-Aktien
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 12:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wie aus aktuellen Einreichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC vom 17. Juli 2026 hervorgeht, hält das Unternehmen nun 43.390.383 Aktien des Online-Marktplatzes. Dies entspricht einem Stimmrechtsanteil von 9,8 Prozent. Damit untermauert CEO Ryan Cohen seine Ambitionen für eine Übernahme, nachdem ein erstes Angebot im Mai noch auf Ablehnung gestoßen war.
Aggressiver Ausbau über Derivate
Die Aufstockung der Beteiligung erfolgte in mehreren Schritten. Während GameStop bereits im Mai einen wirtschaftlichen Anteil von rund fünf Prozent hielt, wurden im Juni zunächst rund 3,5 Millionen Aktien für etwa 381 Millionen US-Dollar direkt am Markt erworben. Der entscheidende Sprung gelang am 17. Juli 2026 durch die physische Abwicklung von Derivatgeschäften. Dabei wurden rund 39 Millionen Aktien aus Put- und Call-Optionen zu einem Ausübungspreis von 101,295 USD pro Aktie übertragen.
Der Gesamtwert der eBay-Beteiligung beläuft sich damit auf rund 4,86 Milliarden US-Dollar. Berichten zufolge liegt der durchschnittliche Kaufpreis für GameStop bei etwa 102,27 USD je Aktie, was beim aktuellen Kursniveau zu einem unrealisierten Buchgewinn von über 400 Millionen US-Dollar führt. Die Finanzierung dieser Transaktion erfolgte laut Unternehmensangaben vollständig aus den vorhandenen Barmitteln. Die GameStop-Aktie reagierte stabil auf die Nachricht und notierte zuletzt bei 19,15 Euro. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von 9,44 Prozent.
Strategischer Umbau gegen den Widerstand von eBay
Trotz der deutlichen Anteilsaufstockung bleibt die Führung von eBay reserviert. Ein im Mai unterbreitetes, nicht bindendes Angebot über 125 USD pro Aktie – was einem Gesamtvolumen von rund 56 Milliarden US-Dollar entspricht – hatte der eBay-Vorstand als „weder glaubwürdig noch attraktiv“ zurückgewiesen. Ryan Cohen bekräftigte jedoch in einem Interview mit Bloomberg seinen Willen zur Übernahme: „Wir kommen für eBay, so oder so.“
Cohen verfolgt das Ziel, GameStop von einem klassischen Filialisten für Videospiele in ein Technologieunternehmen zu transformieren. In seiner Vision fungieren die rund 1.600 GameStop-Filialen künftig als Logistik- und Authentifizierungszentren für eBay-Transaktionen. Insbesondere im Bereich hochwertiger Sammlerstücke, wie etwa Trading Cards, sieht Cohen enormes Potenzial. Das Segment der Sammlerstücke macht bereits mehr als 50 Prozent des GameStop-Geschäfts aus, während der Verkauf physischer Software auf unter 12 Prozent gefallen ist. Cohen bezeichnete die physischen Spieleverkäufe als „völlig irrelevant“ für die langfristige Strategie.
Finanzkraft und Expansionspläne
Um die vollständige Übernahme zu stemmen, setzt GameStop auf eine Kombination aus eigenen Mitteln und Fremdkapital. Das Unternehmen verfügte zuletzt über liquide Mittel in Höhe von rund 8,37 Milliarden US-Dollar. Für die darüber hinaus benötigten Summen liegt laut SEC-Unterlagen eine Finanzierungszusage von TD Securities über bis zu 20 Milliarden US-Dollar vor. Diese ist jedoch an die Bedingung geknüpft, dass das kombinierte Unternehmen ein Investment-Grade-Rating erreicht.
Cohen selbst plant, 500 Millionen US-Dollar seines Privatvermögens in den Deal zu investieren. Er strebt an, eBay durch drastische Kostensenkungen von rund zwei Milliarden US-Dollar im ersten Jahr profitabler zu machen und so einen Wettbewerber zu Amazon aufzubauen. Parallel dazu soll ein digitaler In-Game-Marktplatz entstehen. Trotz der ambitionierten Pläne notiert die GameStop-Aktie derzeit mit einem Abstand von -21,19 Prozent deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 24,30 Euro. Marktbeobachter richten ihr Augenmerk nun auf den 5. August 2026, wenn eBay seine Quartalszahlen vorlegt, was die nächste Dynamik in den Übernahmekampf bringen könnte.
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