US-Ausstieg trifft Deutsche Pfandbriefbank hart - Aktie unter Druck
05.03.2026 - 16:29:33 | dpa.de(neu: Kurs)
GARCHING/FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Ausstieg aus dem verlustreichen US-GeschÀft hat die Deutsche Pfandbriefbank DE0008019001 im vergangenen Jahr wie erwartet tief in die roten Zahlen gerissen. Unter dem Strich stand ein Verlust von 284 Millionen Euro nach 90 Millionen Gewinn ein Jahr zuvor. "Die Transformation ist deutlich einschneidender und braucht daher lÀnger", sagte Vorstandschef Kay Wolf am Donnerstag in Frankfurt. Schon Mitte Februar hatte er sein mittelfristiges Renditeziel daher von 2027 auf das Jahr 2028 verschoben.
Im abgelaufenen Jahr kam der RĂŒckzug aus den USA die Pfandbriefbank teuer zu stehen. Insgesamt wuchsen die Abschreibungen und RĂŒckstellungen wegen fauler Kredite im Vergleich zum Vorjahr von 170 Millionen auf 410 Millionen Euro. Davon entfielen allein 334 Millionen auf die USA und die Projektfinanzierung.
Anleger an der Börse reagierten enttĂ€uscht: Die Aktie der Pfandbriefbank gab zuletzt um 6,5 Prozent nach. Seit dem Jahreswechsel hat das im Nebenwerte-Index SDax DE0009653386 gelistete Papier damit mehr als ein Viertel an Wert eingebĂŒĂt. In den vergangenen drei Jahren belĂ€uft sich ihr Kursverlust sogar auf gut zwei Drittel.
Die GeschĂ€ftszahlen sind keine groĂe Ăberraschung: Schon im Februar hatte der Gewerbeimmobilien-Finanzierer aus Garching bei MĂŒnchen mitgeteilt, dass er 2025 vor Steuern einen Verlust von 250 Millionen Euro eingefahren hat. Die Bank war kurz vor Beginn der Corona-Pandemie in das GeschĂ€ft mit Gewerbeimmobilien in den USA eingestiegen. Da BĂŒros nach Ausbruch der Pandemie nicht mehr gefragt waren, stĂŒrzten etliche Immobilieninvestoren und deren kreditgebende Banken in eine tiefe Krise.
"Der RĂŒckzug aus dem US-GeschĂ€ft und die zögerliche Markterholung hinterlassen deutliche Spuren im Jahresergebnis der Bank", sagte Wolf. Der Manager hatte die FĂŒhrung des Instituts Anfang 2024 von dessen langjĂ€hrigem Chef Andreas Arndt ĂŒbernommen. Zu diesem Zeitpunkt zeichneten sich die Probleme bereits ab. Wenige Monate spĂ€ter im Herbst strich Wolf die MittelfristplĂ€ne seines VorgĂ€ngers und setzte der Bank bescheidenere Ziele, bevor er 2025 zum RĂŒckzug aus den USA blies.
Dass er seine eigenen Renditeziele jetzt auf 2028 verschieben musste, erklÀrte er mit den ImmobilienmÀrkten in Europa. "Wir hatten erwartet, dass sie sich schneller erholen", sagte er vor Journalisten in Frankfurt. "Wir können uns dem nicht entziehen."
Beim AufrĂ€umen der Bankbilanz bewertete das Management nun auch Immobilienprojekte in Europa neu, um mögliche kĂŒnftige Belastungen vorwegzunehmen. "Das Portfolio ist nun deutlich risikoĂ€rmer", sagte Finanzvorstand Marcus Schulte.
Er und Wolf hatten auch eine positive Botschaft: Das NeugeschĂ€ft mit Krediten legte um fast ein Viertel auf 6,3 Milliarden Euro zu. Dennoch hatte die Bank Ende 2025 wegen des RĂŒckzugs aus den USA insgesamt weniger Geld verliehen als ein Jahr zuvor: Der Kreditbestand sank um 1,7 Milliarden auf 27,3 Milliarden Euro.
"FĂŒr 2026 wollen wir im NeugeschĂ€ft weiter an Fahrt aufnehmen und die Diversifikation unserer ErtrĂ€ge vorantreiben", sagte der Wolf nun. Allerdings dĂŒrften die ErtrĂ€ge mit 375 bis 425 Millionen Euro den Vorjahreswert von 422 Millionen eher unterschreiten als ĂŒbertreffen. Denn das NeugeschĂ€ft in Europa könne den Wegfall der US-Kredite nur schrittweise kompensieren. Entsprechend erwartet der Vorstand fĂŒr 2026 weiterhin nur einen Vorsteuergewinn von 30 bis 40 Millionen Euro.
Bis 2028 sollen die ErtrÀge um rund die HÀlfte auf etwa 600 Millionen Euro steigen. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital der Bank soll dann acht Prozent erreichen. Im vergangenen Jahr lag sie wegen des hohen Verlusts bei minus 10,6 Prozent.
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