Gartner-Prognose, KI-Flut

Gartner-Prognose: KI-Flut erzwingt Null-Vertrauen in Daten

29.01.2026 - 02:24:12

Die Flut an KI-generierten Inhalten zwingt Unternehmen weltweit zum radikalen Umdenken. Bis 2028 wird laut der IT-Beratung Gartner jede zweite Organisation ein Null-Vertrauen-Modell für ihre Daten einführen müssen. Der Grund: Immer mehr Informationen sind künstlich erzeugt und damit potenziell unzuverlässig.

Die Ära, in der Daten per se als vertrauenswürdig galten, ist vorbei. Grund ist der unkontrollierte Schwall an KI-generierten Texten, Bildern und Analysen. „Unternehmen können nicht länger davon ausgehen, dass Daten von Menschen stammen oder inhärent vertrauenswürdig sind“, erklärt Wan Fui Chan, Managing Vice President bei Gartner. Die Folge: Jedes Datum muss künftig als unsicher gelten, bis seine Herkunft und Richtigkeit zweifelsfrei belegt ist.

Ein Gartner-Survey unter CIOs zeigt das explosive Wachstum: 84 Prozent der Befragten wollen 2026 ihre Budgets für generative KI deutlich erhöhen. Diese Investitionen werden die Menge synthetischer Daten vervielfachen – und das Problem massiv verschärfen.

Die Gefahr des „Model Collapse“

Hinter der akuten Vertrauenskrise lauert eine noch größere Gefahr: der „Model Collapse“. Große Sprachmodelle (LLMs) lernen aus gigantischen Datensätzen, die zunehmend auch von anderen KI-Modellen erzeugt wurden. Entsteht hier ein gefährlicher Feedback-Loop?

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Gartner warnt vor einer Abwärtsspirale. Werden neue KI-Generationen mit den Ausgaben ihrer Vorgänger trainiert, könnten sie die Realität immer verzerrter abbilden. Die Ergebnisse wären dann fehlerhaft, voreingenommen oder schlicht erfunden. Für Unternehmen, die auf KI-gestützte Entscheidungen setzen, wäre das ein existenzielles Risiko. Das Null-Vertrauen-Prinzip soll hier als Schutzschild dienen, um die Echtheit von Trainings- und Entscheidungsdaten zu garantieren.

Neue Regeln für eine neue Datenwelt

Auf die Krise folgt die Regulierung. Gartner erwartet verschärfte Vorschriften zur Kennzeichnung und Verifizierung von KI-generierten Inhalten – allerdings mit regional sehr unterschiedlichen Ansätzen. Ein global einheitlicher Standard ist nicht in Sicht.

Das stellt Unternehmen vor komplexe Compliance-Herausforderungen. Sie müssen in die Lage versetzt werden, KI-Daten in ihren Systemen zu identifizieren, zu kennzeichnen und zu managen. Erfolg erfordert neue Tools und eine enge Zusammenarbeit zwischen Cybersecurity, Datenanalyse und Fachabteilungen. Gartner rät, bestehende Governance-Rahmenwerke jetzt um spezifische KI-Risikobewertungen zu erweitern.

Branchen im Umbruch: Von Finanzen bis Marketing

Die Prognose trifft einen Nerv der Zeit. Immer perfektere Deepfakes und synthetische Texte erhöhen das Risiko für Betrug und Desinformation massiv. Die Antwort ist eine fundamentale Neuarchitektur der Datensicherheit: Weg von der Perimeter-Verteidigung, hin zur Prüfung jedes einzelnen Datenpunkts.

Diese Entwicklung wird alle Branchen erfassen. In Finanzwesen und Gesundheitswesen ist Datenpräzision überlebenswichtig. In Medien und Marketing bildet Authentizität die Grundlage für Konsumentenvertrauen. Die Nachfrage nach „KI-freien“ Datenzertifizierungen dürfte Innovationen bei digitalen Wasserzeichen und Echtheitsnachweisen befeuern.

Handeln statt abwarten

Die Botschaft ist eindeutig: Passive Datennutzung ist keine Option mehr. Unternehmen müssen proaktiv handeln, um in einer Welt zu bestehen, in der Vertrauen nicht mehr vorausgesetzt werden kann. Gartner empfiehlt die Bildung spezieller, bereichsübergreifender Teams. Deren Aufgabe: Geschäftsrisiken durch KI-Daten identifizieren und klären, welche bestehenden Richtlinien ausreichen und wo neue Strategien nötig sind.

Der Wechsel zum Null-Vertrauen-Modell bedeutet einen tiefgreifenden kulturellen Wandel. Es geht nicht mehr nur um das Sammeln und Analysieren von Daten, sondern um das ständige Hinterfragen ihrer Herkunft und Validität. Die Hälfte aller Firmen wird diesen Schritt bis 2028 gehen müssen. Wer heute robuste Verifikations- und Governance-Strukturen aufbaut, sichert sich einen klaren Wettbewerbsvorteil – basierend auf der einzig verlässlichen Währung der Zukunft: vertrauenswürdigen Informationen.

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