GdW, Kollaps

GdW warnt vor Kollaps des deutschen Wohnungsbaus

29.01.2026 - 17:31:12

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft warnt vor massivem Einbruch bei Neubauinvestitionen und Fertigstellungen. Er fordert günstige Kredite und weniger Bürokratie, um die Versorgungskrise zu bekämpfen.

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft fordert eine radikale Kehrtwende in der Wohnungspolitik. Grund sind einbrechende Investitionen und Neubauzahlen, die den Wohnungsmangel weiter verschärfen. Der GdW verlangt von der Bundesregierung mehr Planbarkeit, günstigere Kredite und weniger Bürokratie.

Investitionen und Neubau brechen massiv ein

Die Zahlen des GdW zeichnen ein düsteres Bild:
* Die Gesamtinvestitionen der Mitgliedsunternehmen sanken von 19,4 Milliarden Euro (2023) auf voraussichtlich 17,3 Milliarden Euro (2024).
* Noch dramatischer ist der Einbruch bei den Neubauinvestitionen: Sie fallen um 17 Prozent von 8,5 auf 7,1 Milliarden Euro.

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Diese Zurückhaltung hat direkte Folgen. Die Fertigstellungszahlen der GdW-Unternehmen sinken steil:
* 2023: 28.000 Wohnungen
* 2024: 23.000 Wohnungen (Prognose)
* 2025: 18.000 Wohnungen (Prognose)

Laut einer Verbandsumfrage konnten zwei Drittel der Unternehmen 2024 gar keine neuen Wohnungen bauen. Für 2025 steigt dieser Anteil auf 70 Prozent.

Genehmigungen auf niedrigstem Stand seit Jahren

Die Krise betrifft den gesamten Markt. Das Statistische Bundesamt meldete für 2024 nur noch rund 252.000 fertiggestellte Wohnungen – ein Minus von 14,4 Prozent. Der Frühindikator ist alarmierend: Die Baugenehmigungen sanken 2024 bereits das dritte Jahr in Folge. Mit 215.900 genehmigten Wohnungen wurde der niedrigste Stand seit 2010 erreicht.

Was bedeutet das für die Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum? Die Kluft zwischen Bedarf und Angebot wächst stetig.

Forderung: Kredite für ein Prozent und eine „Fast Lane“

Als Ausweg aus der Krise stellt der GdW klare Forderungen an die Politik. Kern ist ein breites Zinsverbilligungsprogramm. Kredite für den Bau bezahlbarer Wohnungen müssten auf nahe ein Prozent gesenkt werden, um den Neubau für die sozialen Wohnungsunternehmen wieder tragfähig zu machen. Deren Durchschnittsmiete liegt bei 6,39 Euro pro Quadratmeter.

GdW-Präsident Axel Gedaschko pocht zudem auf radikale Vereinfachungen: „Wir brauchen ‚Schwarzbrot statt teurem Zuckerguss‘.“ Sein Vorschlag: Eine „Fast Lane“ für den Wohnungsbau, die Planungs- und Genehmigungsverfahren massiv beschleunigt – ähnlich der Priorität, die der Energiewende eingeräumt wird.

Bau-Turbo und Rekordmittel reichen nicht aus

Die Bundesregierung hat mit dem „Bau-Turbo“-Gesetz und Rekordmitteln für den sozialen Wohnungsbau (3,5 Mrd. Euro in 2025) bereits reagiert. Für den GdW sind das Schritte in die richtige Richtung, die aber nicht ausreichen.

Die Krise wird von externen Faktoren angefacht:
* Baukosten sind seit 2019 um rund 40 Prozent gestiegen.
* Das Zinsniveau bleibt hoch.
* Gleichzeitig wächst die Bevölkerung und erhöht den Druck auf die Märkte.

Bleibt eine Trendwende aus, droht 2025 ein weiterer Rückgang der Gesamtfertigstellungen auf unter 220.000 Wohnungen. Das ursprüngliche Regierungsziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr rückt damit in weite Ferne. Die soziale Wohnungswirtschaft steht bereit – braucht dafür aber schnell die richtigen politischen Weichenstellungen.

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