Gehirntraining, Demenzrisiko

Gehirntraining senkt Demenzrisiko um 25 Prozent

01.03.2026 - 03:18:46 | boerse-global.de

Eine Langzeitstudie belegt, dass spezielles computergestĂŒtztes Geschwindigkeitstraining das Risiko fĂŒr Alzheimer und Demenz signifikant reduziert. Die Methode fördert die NeuroplastizitĂ€t und ist auch zuhause wirksam.

Gehirntraining senkt Demenzrisiko um 25 Prozent - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Gehirntraining senkt Demenzrisiko um 25 Prozent - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Eine neue Studie liefert den bisher stĂ€rksten Beweis fĂŒr die Wirksamkeit von Gehirntraining. Wer ein spezielles Geschwindigkeitstraining absolvierte, erkrankte seltener an Demenz. Die Ergebnisse markieren einen Wendepunkt in der PrĂ€vention.

Historischer Durchbruch nach 20 Jahren

Im Zentrum steht die Langzeitauswertung der ACTIVE-Studie. Nach 20 Jahren zeigt sich: Teilnehmer eines computergestĂŒtzten Geschwindigkeitstrainings hatten ein um 25 Prozent geringeres Risiko, an Alzheimer oder einer anderen Demenz zu erkranken. An der vom US-Gesundheitsinstitut NIH finanzierten Studie nahmen fast 3.000 Ă€ltere Erwachsene ohne Vorerkrankungen teil.

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Sie wurden in Gruppen eingeteilt, die unterschiedliche Trainingsformen erhielten – GedĂ€chtnis-, Logik- oder Geschwindigkeitstraining. Letzteres zielt auf die visuelle Informationsverarbeitung ab. Die Probanden absolvierten bis zu zehn Einheiten ĂŒber fĂŒnf Wochen. Ein Teil von ihnen bekam ĂŒber drei Jahre hinweg Auffrischungssitzungen.

Was gutes Training ausmacht

Der Erfolg des Geschwindigkeitstrainings hat einen klaren Grund: adaptive Schwierigkeit. Die Software passt den Schwierigkeitsgrad in Echtzeit an die Leistungsgrenze des Nutzers an. Das Gehirn wird so kontinuierlich optimal gefordert. Diese Methode fördert die NeuroplastizitĂ€t – die FĂ€higkeit des Gehirns, sich neu zu vernetzen und anzupassen.

Eine weitere Studie im „Journal of Digital Life“ untermauert diesen Ansatz. Fußballspieler trainierten neun Wochen lang von zuhause aus das Verfolgen mehrerer Objekte. Ihre Leistung in dieser Aufgabe verbesserte sich um 130 Prozent. Entscheidend war der Transfereffekt: Auch das allgemeine ArbeitsgedĂ€chtnis wurde signifikant besser.

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EEG-Messungen lieferten den neurophysiologischen Beweis. Sie zeigten eine starke Zunahme der Alpha-Wellen-AktivitÀt. Dies deutet auf eine positive VerÀnderung von Aufmerksamkeit und GedÀchtnis direkt im Gehirn hin.

Vom Labor ins eigene Wohnzimmer

Die neuen Daten belegen: Ein ferngesteuertes, selbststĂ€ndiges Training zu Hause kann Ă€hnliche Effekte erzielen wie ein Training im Labor. Das demokratisiert wissenschaftlich fundierte Methoden fĂŒr eine breite Bevölkerung. Bislang scheiterten viele kommerzielle Apps am Nachweis eines echten Alltagsnutzens.

Experten betonen die Rolle des ArbeitsgedĂ€chtnisses. Es gilt als Grundlage fĂŒr komplexe Denkprozesse und die sogenannte fluide Intelligenz. Ein aktiver Lebensstil mit lebenslangem Lernen wird durch die Erkenntnisse weiter gestĂ€rkt. Eine separate Langzeitstudie der Rush University in Chicago fand heraus: Menschen mit hoher geistiger AktivitĂ€t hatten ein um 38 Prozent geringeres Alzheimer-Risiko.

Gehirngesundheit wird aktiv gestaltbar

Die wissenschaftliche Evidenz fĂŒr gezieltes kognitives Training ist so stark wie nie. Die klare Botschaft: Das Gehirn bleibt ein Leben lang formbar. Mit den richtigen, validierten Werkzeugen lĂ€sst sich die kognitive Gesundheit aktiv fördern. Evidenzbasiertes Gehirntraining könnte damit bald so selbstverstĂ€ndlich werden wie regelmĂ€ĂŸiger Sport.

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