Georgia, Datencenter-Boom

Georgia stoppt Datencenter-Boom: Moratorium für KI-Infrastruktur

26.01.2026 - 20:45:12

Der US-Bundesstaat erwägt ein landesweites Moratorium für neue Rechenzentren, um unkontrolliertes Wachstum und Belastungen für Stromnetze sowie Wasserressourcen zu bremsen.

Georgia erwägt einen radikalen Stopp für neue Datencenter – eine Entscheidung mit Signalwirkung für die KI-Infrastruktur in den USA. Ein bundesstaatenweites Moratorium soll unkontrolliertes Wachstum bremsen, das Stromnetze und Wasserressourcen überlastet.

Zweijähriger Baustopp bis 2027 geplant

Demokratische Abgeordnete haben einen Gesetzentwurf eingebracht, der alle neuen Datencenter-Projekte bis Februar 2027 stoppen würde. Das Vorhaben findet überraschend parteiübergreifende Unterstützung. Die Begründung: Die explosionsartige Expansion überfordere Gemeinden, die keine passenden Bauvorschriften für die riesigen Anlagen haben.

„Die Kommunen brauchen Zeit für nachhaltige Regelungen“, heißt es aus den Reihen der Befürworter. Bisher fehlen oft spezielle Zonenvorschriften für Einrichtungen, die gewaltige Mengen Strom für KI-Berechnungen und Wasser zur Kühlung verbrauchen.

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Kommunen ergreifen bereits selbst Initiative

Der staatliche Vorstoß wird durch eine Welle lokaler Maßnahmen untermauert. Allein in den letzten Wochen verhängten mehrere Bezirke eigene Baustopps. Thomas County beschloss ein zwölfmonatiges Moratorium, Roswell einen 90-tägigen Notstopp.

Insgesamt haben mindestens acht weitere Counties und Städte ähnliche Pausen verhängt. DeKalb County verlängerte sein Moratorium bis Juni 2026 – mit Verweis auf massive Bürgerproteste. Die lokalen Maßnahmen zeigen: Die Sorge vor Umweltauswirkungen und Lebensqualität wächst.

Stromnetz am Limit durch KI-Hunger

Kern des Konflikts ist der immense Energiebedarf. Der Versorger Georgia Power rechnet damit, dass Datencenter rund 80 Prozent des künftigen Strommehrbedarfs verursachen. Das Unternehmen plant bereits massive Kapazitätserweiterungen – fast ausschließlich getrieben durch KI und Cloud-Computing.

Kritiker warnen vor steigenden Strompreisen für Privathaushalte und kleine Betriebe. Sie fürchten, dass diese die Energieversorgung großer Tech-Konzerne mitfinanzieren müssen. Der enorme Wasserbedarf zur Serverkühlung verschärft die Debatte zusätzlich.

Wirtschaftsförderung in der Kritik

Das Moratorium markiert eine Kehrtwende in Georgias Wirtschaftspolitik. Der Bundesstaat warb jahrelang mit Steuervergünstigungen um Tech-Investoren. Doch die Stimmung kippt: Ein revierter Bericht der Landesrechnungsprüfer senkte die geschätzten Wirtschaftsvorteile von Datencentern dramatisch – trotz knapp einer halben Milliarde Euro an Steuererleichterungen.

Gouverneur Brian Kemp blockierte 2024 noch einen ähnlichen Vorstoß. Doch jetzt wächst bei Politikern beider Parteien die Überzeugung: Das bisherige „Open-Door“-Prinzip braucht eine grundlegende Überprüfung. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie Georgia die KI-Infrastruktur nachhaltig gestaltet.

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