Gerresheimer Aktie: Testat im Juni über Banklinien entscheidend
14.05.2026 - 13:29:58 | boerse-global.deBaFin, APAS und eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft — selten durchleuchten so viele externe Instanzen gleichzeitig die Bücher eines DAX-Konzerns. Bei Gerresheimer ist das seit Frühjahr 2026 Realität.
Behörden unter Strom
Die BaFin leitete am 6. März 2026 eine Prüfung des Konzernzwischenabschlusses ein. Verdacht: fehlerhafte Nichterfassung von Wertminderungen sowie unzutreffende Umsatzerfassung bei sogenannten Bill-and-Hold-Vereinbarungen.
Parallel verfolgt die Abschlussprüferaufsichtsstelle APAS ein berufsrechtliches Verfahren gegen KPMG. Der Wirtschaftsprüfer hatte den Jahresabschluss 2024 uneingeschränkt testiert — obwohl fehlerhafte Umsatzbuchungen von 35 Millionen Euro darin steckten. KPMG hatte erst 2024 Deloitte als Prüfer abgelöst und beglaubigte umgehend einen fehlerbehafteten Abschluss.
Als Reaktion zog das Management Grant Thornton als zweite Prüfgesellschaft hinzu. Das Ziel: bis Juni 2026 ein uneingeschränktes Testat für den Jahresabschluss 2025.
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Juni entscheidet über mehr als ein Datum
Dieser Abschluss ist keine Formalität. Er ist Voraussetzung für die Verlängerung der Banklinien des Konzerns.
Die Kreditgeber haben vorerst Spielraum verschafft. Schuldschein-Inhaber stimmten einer Fristverlängerung bis Ende September 2026 mit einer Quote von 96 Prozent des Gesamtvolumens von 870 Millionen Euro zu. Auch die Banken einigten sich auf eine Verlängerung bis zum gleichen Termin. Wesentliche Kreditbedingungen zum Verschuldungsgrad wurden bis einschließlich des dritten Quartals 2026 ausgesetzt.
Die Hauptversammlung bleibt verschoben. Einen neuen Termin will Gerresheimer erst nach Veröffentlichung des Geschäftsberichts im Juni nennen. Der Halbjahresbericht ist für den 14. Juli 2026 terminiert.
Centor-Verkauf und operative Ziele
Parallel treibt das Management den Verkauf der US-Tochter Centor Inc. voran. Die Sparte — auf Verpackungssysteme für verschreibungspflichtige Medikamente spezialisiert — stand Ende 2024 mit 292 Millionen Euro in den Büchern. Morgan Stanley begleitet den Prozess, eine zweistellige Anzahl von Interessenten ist bereits aktiv. Gerresheimer rechnet noch 2026 mit dem Abschluss der Transaktion.
Das Dilemma dabei: Centor erwirtschaftet überdurchschnittliche Margen. Ein Verkauf belastet die ohnehin gesunkene Profitabilität weiter.
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Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management Umsätze von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro und eine bereinigte EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent an — allerdings explizit unter dem Vorbehalt erfolgreicher Kreditverhandlungen und des Ausgangs der BaFin-Ermittlungen.
Die Aktie gibt am Donnerstag nach: Minus 4,9 Prozent auf 25,20 Euro. Auf Monatssicht steht trotzdem ein Plus von rund 44 Prozent — wer vor zwölf Monaten einstieg, sitzt hingegen noch auf einem Verlust von knapp 60 Prozent. Der RSI von 28 signalisiert, dass der Markt die Lage weiterhin skeptisch bewertet.
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