Geschwindigkeitstraining, Demenzrisiko

Geschwindigkeitstraining senkt Demenzrisiko um 25 Prozent

Veröffentlicht am: 16.02.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine 20-jährige Langzeitstudie zeigt, dass nur ein Training der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit das Demenzrisiko signifikant reduziert. Andere Methoden blieben wirkungslos.

Geschwindigkeitstraining senkt Demenzrisiko um 25 Prozent Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
Geschwindigkeitstraining senkt Demenzrisiko um 25 Prozent Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine 20-Jahres-Studie belegt: Spezifisches Gehirntraining kann das Demenzrisiko deutlich reduzieren. Entscheidend ist die Art der Übung.

Forscher veröffentlichten kürzlich neue Ergebnisse der großen ACTIVE-Studie im Fachjournal Alzheimer’s & Dementia. Die Analyse zeigt: Ein Training der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit senkte das Demenzrisiko bei älteren Erwachsenen um bis zu 25 Prozent. Andere Trainingsmethoden zeigten diesen Effekt nicht.

Nur eine Methode zeigte langfristigen Schutz

Die vom US-Gesundheitsinstitut NIH finanzierte ACTIVE-Studie begleitete fast 3.000 Teilnehmer über zwei Jahrzehnte. Sie verglich drei Trainingsarten mit einer Kontrollgruppe:
* Gedächtnistraining (z.B. Merken von Listen)
* Training des logischen Denkens (z.B. Muster erkennen)
* Speed-of-Processing-Training (schnelle Verarbeitung visueller Informationen)

Nur die letzte Gruppe wies ein signifikant geringeres Demenzrisiko auf. Konkret: In der Geschwindigkeits-Trainingsgruppe erkrankten 40 Prozent später an Demenz, in der Kontrollgruppe waren es 49 Prozent.

So funktioniert das effektive Training

Das erfolgreiche „Speed of Processing“-Training ist computergestützt. Die Teilnehmer übten, visuelle Informationen auf einem Bildschirm immer schneller zu erkennen und zu verarbeiten. Der Schwierigkeitsgrad passte sich automatisch ihrer Leistung an.

Das Protokoll sah so aus:
1. Anfangs zehn Sitzungen à 60-75 Minuten über fünf bis sechs Wochen.
2. Auffrischungskurse nach einem und nach drei Jahren.

Experten vermuten, dass dieses adaptive Training grundlegende neuronale Netzwerke stärkt. Es baut eine „kognitive Reserve“ auf, die hilft, altersbedingte Veränderungen länger zu kompensieren.

Kostenlose Alternativen und wichtige Warnung

Das in der Studie verwendete Programm ist kommerziell erhältlich. Doch kognitive Fitness lässt sich auch kostenlos fördern:
* Eine neue Sprache oder ein Musikinstrument lernen
* Strategische Spiele wie Schach spielen
* Soziale und geistig anregende Aktivitäten pflegen

Im Internet finden sich viele Gedächtnistests. Experten warnen jedoch: Diese Tests ersetzen keine Diagnose. Bei ernsthaften Bedenken ist der Gang zum Hausarzt oder einer Memory-Klinik unerlässlich.

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Prävention wird konkret

Die Studie macht Hoffnung: Gezieltes, nicht-medikamentöses Training kann das Gehirn langfristig schützen. Die Forschung betont nun einen ganzheitlichen Ansatz zur Demenzprävention. Dazu gehören neben kognitivem Training auch Bewegung, gesunde Ernährung und soziale Kontakte.

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