Gesundheitswesen, Exoskelette

Gesundheitswesen setzt auf Exoskelette und Psychohygiene

16.04.2026 - 20:10:29 | boerse-global.de

Das Gesundheitswesen kämpft mit Rekordbelastungen. Pilotprojekte mit Exoskeletten und neue Studien zeigen, dass technische Hilfsmittel und eine stärkere Präventionskultur nötig sind, um die Belegschaften zu entlasten.

Gesundheitswesen setzt auf Exoskelette und Psychohygiene - Foto: über boerse-global.de
Gesundheitswesen setzt auf Exoskelette und Psychohygiene - Foto: über boerse-global.de

Aktuelle Daten und Pilotprojekte aus dem Frühjahr 2026 zeigen: Um einen Kollaps der Belegschaften zu verhindern, müssen klassische Gesundheitsprogramme durch Technologie und gezielte Prävention ergänzt werden. Während in Spanien Exoskelette getestet werden, belegen Studien aus dem deutschsprachigen Raum eine besorgniserregende Zunahme von Präsentismus und psychischen Erkrankungen.

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Exoskelette sollen Rücken entlasten

Ein wegweisendes Projekt startete Mitte April in der spanischen Region La Rioja. Die Regionalregierung kaufte passive Exoskelette für Pflegeeinrichtungen. Bis Ende 2026 soll die Technologie Rückenverletzungen vorbeugen. Sie könnte die Ermüdung im unteren Rücken um bis zu 40 Prozent reduzieren.

Diese Entwicklung bestätigt eine Studie des National Safety Council (NSC). Fast 70 Prozent der befragten Beschäftigten litten unter Symptomen muskuloskelettaler Erkrankungen. Über 80 Prozent glauben, dass Technologien wie Exoskelette helfen können. Der Erfolg hängt laut Studie aber maßgeblich davon ab, ob die Mitarbeiter in die Auswahl einbezogen werden.

Auch digitale Hilfsmittel gewinnen an Bedeutung. Wearables und Bildverarbeitung könnten das Risikobewusstsein für Fehlhaltungen schärfen. Im Klinikalltag lassen sich zudem ergonomische Lösungen aus anderen Bereichen übertragen – etwa spezielle Hebelifte, die das Bewegen schwerer Lasten erleichtern.

Psychische Belastung auf Rekordniveau

Neben der körperlichen rückt die psychische Gesundheit in den Fokus. Der Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer Oberösterreich dokumentiert für 2025 einen neuen Höchststand beim Präsentismus. 65 Prozent der Beschäftigten arbeiteten trotz Krankheit. Im Gesundheitswesen lag dieser Wert bei bis zu 75 Prozent.

Der DAK-Gesundheitsreport 2025 beziffert den Krankenstand auf 5,4 Prozent. Psychische Erkrankungen sind die Hauptursache für besonders lange Fehlzeiten. Im Schnitt dauern diese 33 Tage. In Deutschland machen sie etwa 17 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage aus.

Experten kritisieren, dass die gesetzlich verpflichtende Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen in der Praxis oft lückenhaft bleibt. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) aktualisierte im Januar 2026 ihre Regelungen für Büroarbeitsplätze. Diese sind auch für digitalisierte Klinikverwaltungen relevant.

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BGM-Experten sind gefragt wie nie

Der steigende Bedarf spiegelt sich auf dem Arbeitsmarkt wider. Jobportale in Deutschland und Österreich verzeichnen eine hohe Anzahl offener Stellen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM). In Österreich beginnen Gehälter für Führungspositionen bei etwa 130.000 Euro jährlich.

Doch es gibt eine Lücke: Eine Befragung von Randstad und dem ifo Institut zeigt, dass Mitarbeiter über 50 seltener an Weiterbildungen teilnehmen. Nur acht Prozent dieser Altersgruppe qualifizieren sich sehr häufig. Das ist problematisch, weil im Gesundheitswesen viele Beschäftigte über 50 sind.

Regionen reagieren mit Förderprogrammen. In der Steiermark erhalten Betriebe bis zu 6.000 Euro für Maßnahmen zur Alkoholprävention. Experten schätzen, dass problematischer Konsum die Leistungsfähigkeit um 25 Prozent reduzieren kann. Anträge sind noch bis zum 1. Dezember 2026 möglich.

Netzwerke bauen Hürden ab

Die Vernetzung von Akteuren gewinnt an Bedeutung. Initiativen wie das BGM-Netzwerk Hochrhein-Bodensee unterstützen kleinere Unternehmen beim Einstieg in die Gesundheitsförderung. In München veranstaltet eine Unternehmensberatung am 3. Juli 2026 ein BGM-Frühstück für Personalverantwortliche.

Auch die Ausbildung passt sich an. An der Universität Augsburg entwickelten Studierende im letzten Wintersemester Projekte zu Suizidprävention. Solche Ansätze sollen künftiges Führungspersonal für die Komplexität des Gesundheitsschutzes sensibilisieren.

Für spezialisierte Klinikbereiche wie Großküchen schaltete die Berufsgenossenschaft Mitte April 2026 eine neue Themenseite frei. Sie bündelt Anforderungen zum Brand- und Hautschutz. Hauterkrankungen zählen dort nach wie vor zu den häufigsten Berufskrankheiten.

Kann eine Kultur der Prävention den Sektor stabilisieren? Die Integration technischer Hilfsmittel ist ein Schritt. Entscheidend wird aber sein, ob es gelingt, die Mitarbeiter einzubinden und strukturelle Ursachen wie Personalmangel konsequent anzugehen.

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