Gewinnmitnahmen, Höhenflug

Gewinnmitnahmen stoppen Höhenflug des europÀischen Gaspreises vorerst

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 12:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der in den vergangenen Handelstagen starke Preisauftrieb fĂŒr europĂ€isches Erdgas hat am Dienstag zunĂ€chst ein Ende gefunden.

Der richtungweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat wurde an der Börse in Amsterdam gegen Mittag zu 84,37 Euro je Megawattstunde (MWh) gehandelt. In der vergangenen Nacht war die Notierung noch zeitweise bis auf 87,44 Euro gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit Ende 2022.

Am Markt wurde der aktuelle PreisrĂŒckgang mit Gewinnmitnahmen erklĂ€rt. HĂ€ndler haben den jĂŒngsten Höhenflug als ĂŒbertrieben eingeschĂ€tzt und sprachen von einem "ĂŒberkauften Markt".

Der Gastpreis war seit Beginn des Monats wieder deutlich gestiegen. Preistreiber waren die jĂŒngsten Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus durch den Iran sowie auch das verstĂ€rkte AuffĂŒllen der Gasspeicher in Europa vor dem Winter. In dieser Zeit ist der Rohstoff um etwa 16 Prozent teurer geworden.

Seit Beginn des Jahres hat sich der Preis fĂŒr europĂ€isches Erdgas damit fast verdreifacht. Zuletzt war er zu Beginn des Ukraine-Kriegs stark gestiegen, wobei die Notierungen damals noch viel höher lagen, bei ĂŒber 300 Euro je Megawattstunde.

Zudem ist Deutschland derzeit bemĂŒht, die Gasreserven vor dem Winter zu erhöhen. Im vergangenen Monat wurde das staatliche Unternehmen SEFE Securing Energy for Europe angewiesen, zusĂ€tzliches Gas fĂŒr die SpeicherbestĂ€nde zu beschaffen. Die deutschen Gasspeicher sind zu nahezu 60 Prozent gefĂŒllt - ein Wert, der unter dem saisonalen FĂŒnfjahresdurchschnitt von 87 Prozent liegt.

Der Krieg im Nahen Osten die daraus resultierenden Störungen bei den Lieferungen von FlĂŒssigerdgas (LNG) aus den Fördergebieten am Persischen Golf durch die Straße von Hormus "lassen einen angespannten Winter erwarten", sagte Tamas Varga, Analyst beim Handelshaus PVM Oil Associates. Es sei davon auszugehen, dass LĂ€nder in Europa mit asiatischen Staaten um die verfĂŒgbaren LNG-Ladungen konkurrieren werden.

Nach EinschĂ€tzung des Experten Varga sind zwar keine EngpĂ€sse im Winter zu befĂŒrchten, doch dĂŒrften die Preise - insbesondere bei einem kalten Winter - auf einem erhöhten Niveau bleiben.

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