Neue OsnabrĂŒcker Zeitung / GKV-Spitzenverband: Warkens SparplĂ€ne reichen ...
02.11.2025 - 01:01:19"Wenn weitere SparmaĂnahmen ausbleiben, dann steigen die ZusatzbeitrĂ€ge im nĂ€chsten Jahr im Durchschnitt auf ĂŒber drei Prozent", sagte Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, im GesprĂ€ch mit der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" (NOZ, Montagsausgabe). "Das belastet die Versicherten, das belastet die Arbeitgeber, das kann in unserer aktuellen wirtschaftlichen Situation niemand gebrauchen."
Das vorliegende "kleine Sparpaket", gegen das insbesondere die Kliniken schon Sturm laufen, "reicht nicht, da muss nachgelegt werden", sagte Blatt der Zeitung. Die Politik habe noch bis Jahresende Zeit, um mit einem "ambitionierteren groĂen Sparpaket den Ausgabenanstieg so weit zu senken, dass die BeitrĂ€ge im Durchschnitt auch wirklich stabil bleiben können". Dazu mĂŒssten alle groĂen Gruppen ihren Beitrag leisten. "Deshalb wĂ€re es notwendig und angemessen, auch der Pharmaindustrie und der niedergelassenen Ărzteschaft einen ernsthaften Sparbeitrag abzuverlangen", betonte Blatt.
Die niedergelassenen Ărzte erhielten ZuschlĂ€ge fĂŒr die Terminvermittlung, aber eine Verbesserung bei den Wartezeiten sei nicht zu erkennen. Obendrauf sei es zu einer fehlerhaften Doppelfinanzierung gekommen. "Hier wĂ€ren mindestens rund 400 Millionen Euro einzusparen", so die Kampfansage der Kassen an die Ărzteschaft. Als "kurzfristige SolidarmaĂnahme der Pharmaindustrie" verlangte der GKV-Chef die gesetzliche Erhöhung des Herstellerrabatts. "Das bringt ĂŒber eine Milliarde Euro ein.", so seine Ăberzeugung. Die Pharmaindustrie habe in den letzten Jahren sehr stark vom beitragsfinanzierten System profitiert. "Gerade im Bereich neuer Arzneimittel brauchen wir mehr Kostenkontrolle, da die Ausgaben mit stark steigenden Arzneimittelpreisen aus dem Ruder laufen."
Warkens "kleines" Sparpaket im Volumen von zwei Milliarden Euro hat schon das Kabinett passiert. Nach der Anhörung an diesem Montag soll es bereits am Donnerstag vom Bundestag beschlossen werden. Den Löwenanteil von 1,8 Milliarden Euro sollen die KrankenhÀuser beisteuern, die deswegen bereits vor einer Welle von Klinik-Insolvenzen warnen.
GKV-Chef Blatt sagte indes, er könne "das Klagen der KrankenhĂ€user ĂŒber ihren Sparbeitrag nicht nachvollziehen". Denn auch so erhielten die Kliniken im nĂ€chsten Jahr pro Monat rund 500 Millionen Euro zusĂ€tzlich. "Keinem Krankenhaus wird etwas weggenommen, aber der Anstieg ihrer Einnahmen wird auf ein angemessenes MaĂ begrenzt", sagte der Verbandschef. Es falle die sogenannte MeistbegĂŒnstigungsklausel weg, "die den Kliniken seit Jahren ungerechtfertigten Zusatzeinnahmen verschafft hat".
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