Winterwetter fĂŒhrt zu UnfĂ€llen und legt Flughafen BER lahm
06.02.2026 - 18:34:22Es komme etwa weiterhin zu Glatteis in weiten Teilen von Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, so der DWD. Am Berliner Flughafen BER konnten wegen Blitzeises erst am Mittag wieder Flugzeuge starten und landen.
VerspÀtung und viele AusfÀlle am BER
Obwohl der Betrieb am Flughafen inzwischen wieder lĂ€uft, kommt es weiterhin zu mehrstĂŒndigen VerspĂ€tungen und AusfĂ€llen, wie aus den Fluginformationen auf der Internetseite des BER hervorgeht. Der Flugbetrieb laufe nur schleppend und eingeschrĂ€nkt, teilte eine Sprecherin mit. "Passagiere brauchen weiterhin viel Geduld. Es kommt immer noch zu Flugstreichungen und massiven VerspĂ€tungen."
Aufgrund der Witterung dauerten die Enteisungen der Flugzeuge deutlich lĂ€nger als sonst ĂŒblich, erklĂ€rte sie. Dadurch könnten weniger Flugzeuge starten als an einem regulĂ€ren Tag. Bis zum spĂ€ten Nachmittag haben nach ihren Angaben die Airlines rund die HĂ€lfte der fĂŒr heute geplanten rund 500 Starts und Landungen gestrichen. Die Zahl könne sich noch erhöhen. Aufgrund von Blitzeis und anhaltendem Eisregen waren seit Donnerstagabend keine Starts und Landungen am BER möglich. Auch am Freitagmorgen blieb der Betrieb zunĂ€chst eingestellt.
Die Auswirkungen waren auch am Frankfurter Flughafen zu spĂŒren: Eine Maschine mit Ziel Berlin sei nach Frankfurt umgeleitet worden, sagte eine Sprecherin. Demnach seien sechs FlĂŒge aus Frankfurt nach Berlin annulliert worden.
EinschrĂ€nkungen, UnfĂ€lle und SchulschlieĂungen im Nordosten
Auch andernorts sorgt die GlĂ€tte fĂŒr EinschrĂ€nkungen: In Neubrandenburg wurde der Stadtbusverkehr vorerst vollstĂ€ndig eingestellt. In Niedersachsen fĂ€llt im Landkreis Diepholz wegen eisglatter StraĂen erneut der Schulunterricht aus, teils wurde Distanzunterricht angeordnet.
Zudem wurde am Morgen wegen mehrerer GlÀtte-UnfÀlle ein Abschnitt der A10 am nördlichen Berliner Ring in Fahrtrichtung Hamburg gesperrt. Zwei Menschen wurden schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte. Autofahrer wurden gebeten, vorsichtig zu fahren.
Eine 82-JĂ€hrige aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin kam bei einem Unfall ums Leben. Sie kam am Donnerstag mit ihrem Wagen auf der BundesstraĂe 5 zwischen BĂŒckwitz und Kampehl bei Neustadt/Dosse in den Gegenverkehr und prallte mit einem Auto zusammen. Nach Angaben der Polizei könnte GlĂ€tte auch hier eine Rolle gespielt haben.
Durch die glatten StraĂen kam es auch in Mecklenburg-Vorpommern zu UnfĂ€llen, etwa auf der Autobahn 19: Dort hat es am Morgen gleich zweimal gekracht. Im Landkreis Rostock ĂŒberschlug sich ein Auto. EinsatzkrĂ€fte befreiten den eingeklemmten Menschen aus dem Fahrzeug, wie eine Sprecherin der Polizei mitteilte. Wie es zu dem Unfall kam und wie schwer die Person verletzt wurde, war zunĂ€chst unklar.
Auf der eisglatten Autobahn 10 bei Potsdam war es schon am Donnerstag zu einer Reihe von UnfÀllen gekommen. Dabei wurden der Polizei zufolge 19 Menschen verletzt. Drei von ihnen kamen ins Krankenhaus. Es gab auch Behinderungen im Bahnverkehr zwischen Hannover und Berlin.
Selbst Eisbrecher kommen nicht durch
Auf der Ostsee sorgt das Eis weiterhin auch fĂŒr Probleme fĂŒr die Schifffahrt. Das Eis wird laut Bundesamt fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie besonders vor der OstkĂŒste RĂŒgens und vor Usedom vom Wind immer weiter zusammengeschoben. Die Insel Vilm, ein Naturschutzgebiet vor RĂŒgen, ist auch weiterhin nicht erreichbar. Ein Versuch, mit einem Eisbrecher auf der unbewohnten Insel nach dem Rechten zu schauen, scheiterte laut Bundesamt fĂŒr Naturschutz an der zu stark geschlossenen Eisdecke.
Meteorologen rechnen mit Entspannung der Glatteislage
Nur noch KĂŒhlschrank, nicht mehr Gefrierfach - auf diese Formel bringt der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Vorhersage fĂŒr das Wochenende. Im Ă€uĂersten Nordosten sei das Abtauen des Eisfachs aber "eine zĂ€he Angelegenheit", sagte DWD-Meteorologe Oliver Reuter in Offenbach. Was die Menschen dort am Wochenende erwartet: ein Mix aus Schneeregen, Regen und letztem gefrierenden Regen "bei zarten Plusgraden".
In der Mitte Deutschlands erwartet der Wetterdienst am Wochenende zwischen vier und sechs Grad. Nach SĂŒden hin können es sogar ĂŒber zehn Grad werden. "Wo noch Schnee liegt, beginnt dieser doch rasch zu tauen", sagte der Meteorologe. Teils zeigt sich sogar die Sonne. HĂ€ufig bleibt es aber nebelig, bedeckt oder ganztĂ€gig trĂŒb.
"FĂŒr die neue Woche bestehen noch massive Unsicherheiten in der Prognose", hieĂ es am Freitag beim DWD. Manche Modelle zeigten eine erneute Luftmassengrenze mit einem warmen SĂŒden und einem kalten Norden. Man mĂŒsse also abwarten, "ob Teile von Deutschland nicht doch wieder zum Gefrierschrank werden".

