Sartorius startet mit ZuwÀchsen ins Jahr - Marge soll 2025 steigen
16.04.2025 - 11:17:14(Neu: Aussagen aus der Pressekonferenz zu Zöllen, aktueller Aktienkurs)
GĂTTINGEN (dpa-AFX) - Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius DE0007165631 hat im Auftaktquartal Umsatz und Gewinn gesteigert. "Sartorius ist sehr gut ins neue Jahr gestartet, insbesondere setzt sich der starke Trend in unserem GeschĂ€ft mit Verbrauchsmaterialien fort", sagte der noch bis Sommer amtierende Konzernchef Joachim Kreuzburg am Mittwoch in Göttingen. ZurĂŒckhaltender seien Kunden hingegen noch bei Investitionen in Laborinstrumente und Equipment. FĂŒr das laufende Jahr zeigte sich das Unternehmen zuversichtlich und gab einen konkreten Ausblick.
Die im bisherigen Jahresverlauf schlecht gelaufene Sartorius-Aktie legte im frĂŒhen Handel an der Dax-Spitze bis auf gut 212 Euro zu. Die Anteile der Tochter Sartorius Stedim Biotech FR0013154002 gewannen in Paris mehr als 7 Prozent auf gut 185,55 Euro. Die gute GeschĂ€ftsentwicklung sollte die MĂ€rkte von der Fortsetzung der Erholung ĂŒberzeugen, erklĂ€rte Analyst James Vane-Tempest vom Investmenthaus Jefferies.
Der Umsatz soll im laufenden Jahr um etwa 6 Prozent steigen, teilte der Dax-Konzern DE0008469008 in Göttingen mit. Dabei soll vor allem die gröĂere Bioprocess-Sparte zum Wachstum beitragen. In diesem Bereich verkauft Sartorius Technologien fĂŒr die Herstellung biopharmazeutisch hergestellter Medikamente. Die kleinere Sparte fĂŒr Laborbedarf dĂŒrfte hingegen nur leicht wachsen.
Vom Umsatz sollen im Konzern rund 29 bis 30 (Vorjahr: 28,0) Prozent als bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hÀngen bleiben. Nicht in der Margenprognose enthalten seien allerdings mögliche Effekte aus Zöllen, hieà es mit Blick auf die von den USA losgetretenen internationalen Handelskonflikte.
Sartorius-Chef Kreuzburg rechnet jedoch nicht mit gröĂeren Problemen durch die Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump. "Wir haben ein sehr gut ausgebautes internationales Netzwerk an ProduktionsstĂ€tten, nicht zuletzt auch in den USA", sagte er in einer Pressekonferenz. Daneben sehe er gute Chancen, mögliche Zölle an die Kunden weiterzugeben. "Insofern halten wir das Thema fĂŒr beherrschbar." Gut ein Drittel seines Umsatzes macht Sartorius in Amerika, den GroĂteil davon in den USA. Die HĂ€lfte davon könne man aber vor Ort produzieren, sagte Kreuzburg. Sartorius hat bereits in den USA vier eigene Werke und ein weiteres in Puerto Rico.
Zudem, so der Vorstandschef, seien die Produkte hochgradig spezifiziert und lieĂen sich nicht so leicht ersetzen. "Insofern ist da ein Wechsel ohnehin nicht zu erwarten." Er gehe daher davon aus, Zölle ĂŒber ZuschlĂ€ge weitergeben zu können. Kurzfristige Auswirkungen durch die Zölle schloss er zwar nicht aus, das werde aber keinen Einfluss auf die starke Marktstellung und WettbewerbsfĂ€higkeit von Sartorius haben.
Im ersten Quartal zog der Umsatz im Jahresvergleich um fast 8 Prozent auf 883 Millionen Euro an. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um rund 12 Prozent auf 263 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 28,6 Prozent im Vorjahr auf 29,8 Prozent. Damit fielen die Resultate besser aus als von Analysten im Schnitt erwartet. Der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn stieg um fast ein Drittel auf 48,5 Millionen Euro.
Sartorius profitierte dabei auch von einem Sparprogramm. So hatte der Konzern unter anderem interne Strukturen und AblĂ€ufe gestrafft und Personal abgebaut. Kunden hatten sich nĂ€mlich nach starken Jahren in der Corona-Pandemie in den beiden vergangenen Jahren mit Investitionen gröĂtenteils zurĂŒckgehalten und ihre noch gut gefĂŒllten Lager abgebaut.

