Gold, Minus

Gold: 1,12 Prozent Minus vor Fed-Entscheidung

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 17:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Goldpreis fÀllt vor der Fed-Entscheidung und nÀhert sich der 4.000-Dollar-Marke. Russische GoldverkÀufe und Zinserwartungen setzen das Edelmetall unter Druck.

Goldpreis unter Druck: Fed-Sitzung und Zinsangst belasten
Ein glĂ€nzender Goldbarren auf dunklem Schiefer vor einem unscharfen Finanzhintergrund. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Der Goldpreis gerÀt unter Druck. Das Edelmetall fÀllt am Dienstag um 1,12 Prozent und nÀhert sich der psychologisch wichtigen Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze. Im Zentrum steht die zweitÀgige Sitzung der US-Notenbank Fed, deren Ergebnis am Mittwoch erwartet wird.

Anleger reagieren nervös auf die geldpolitischen Signale von Fed-Chef Kevin Warsh. Ein fester US-Dollar belastet das unverzinste Metall zusÀtzlich.

Zinsangst und Russlands GoldverkÀufe

An den FinanzmĂ€rkten wĂ€chst die Erwartung einer Zinserhöhung im September. Das schmĂ€lert die AttraktivitĂ€t von Gold direkt. Das Metall zahlt keine Zinsen und keine Dividende. Steigen die Leitzinsen, steigen die OpportunitĂ€tskosten fĂŒr Investoren – Gold verliert an Reiz.

ZusĂ€tzlichen Druck bringt die Angebotsseite. Berichten zufolge hat Russlands Zentralbank im ersten Halbjahr 2026 rund 44 Tonnen Gold verkauft. Allein im Juni waren es 9,3 Tonnen. Analysten deuten das als Zeichen fĂŒr angespannte russische Staatsfinanzen. Der physische Markt reagiert mit Verunsicherung.

Geopolitik und Ölpreis als Gegenspieler

Der Iran-Krieg dauert seit Ende Februar 2026 an. Die Straße von Hormus bleibt eine Blockadegefahr. Normalerweise stĂŒtzen solche Krisen die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen.

Aktuell wirkt das Bild jedoch zweischneidig. Der Ölpreis der Sorte Brent kletterte zeitweise ĂŒber 100 US-Dollar. Das schĂŒrt Inflationssorgen – und damit die Erwartung einer strafferen Geldpolitik. Derzeit ĂŒberwiegt am Markt offenbar die Zinsangst gegenĂŒber der Risikoaversion. Das hĂ€lt den Goldpreis deutlich unter seinem Rekordhoch vom Januar bei knapp 5.600 US-Dollar.

Kampf um die 4.000-Dollar-Marke

Charttechnisch steht Gold an einer kritischen Stelle. Die Marke von 4.000 US-Dollar gilt als primĂ€re UnterstĂŒtzung. Der Kurs notiert aktuell nur knapp darĂŒber. Ein nachhaltiger Bruch dieses Niveaus könnte weitere VerkĂ€ufe auslösen.

Der Relative-StĂ€rke-Index ist bereits auf 43,4 gesunken und liegt damit unter der neutralen Marke von 50. Das signalisiert nachlassenden AufwĂ€rtsdruck. Als nĂ€chster Widerstand gilt der gleitende 20-Tage-Durchschnitt bei rund 4.068 US-Dollar. Erst ein Ausbruch darĂŒber wĂŒrde das kurzfristig bĂ€rische Bild aufhellen.

Bis zur Fed-Entscheidung am Mittwoch dĂŒrfte der Handel seitwĂ€rts bleiben, mit leicht negativer Tendenz. Ein klares Signal aus Washington könnte die Richtung fĂŒr die kommenden Tage vorgeben – nach oben wie nach unten.

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