Gold, Währungsreserven

Gold: 27 Prozent der weltweiten Währungsreserven

14.06.2026 - 18:56:34 | boerse-global.de

Gold verdrängt US-Staatsanleihen als führendes Reserve-Asset. Zentralbanken kaufen, private Anleger verkaufen massiv.

Gold löst US-Anleihen als wichtigstes Reserve-Asset ab
Gold - Ein glänzender Goldbarren neben einem Stapel internationaler Banknoten auf einer dunklen Oberfläche. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Starke staatliche Nachfrage, schwache Kurse. Bei Gold klaffen Realität und Marktstimmung aktuell weit auseinander. Erstmals seit Jahrzehnten hat das Edelmetall US-Staatsanleihen als wichtigstes Reserve-Asset der Welt abgelöst. Private Investoren ziehen ihr Kapital derweil massiv ab.

Flucht aus dem Dollar

Gold macht mittlerweile rund 27 Prozent der weltweiten Währungsreserven aus. Schwellenländer und europäische Staaten bauen ihre Bestände massiv aus. Das Ziel: weniger Abhängigkeit vom US-Dollar. Die chinesische Zentralbank kaufte im Mai den 19. Monat in Folge.

Auch Polen agiert als einer der größten Käufer am Markt. Die dortige Nationalbank erwarb in diesem Jahr über 45 Tonnen des Edelmetalls. Polens Goldreserven decken fast ein Drittel der nationalen Währungsreserven ab. Hinzu kommen vermehrte Käufe aus Guatemala, Indonesien und Malaysia.

ETFs bluten aus

Finanzinvestoren zeigen ein völlig anderes Verhalten. Sie verkaufen ihre Bestände. Der SPDR Gold Shares verlor seit Jahresbeginn knapp 57 Tonnen. Analysten sehen die Gründe im Tech-Hype und im hohen Zinsniveau.

Gold wirft keine laufenden Erträge ab. Steigende Zinsen machen Anleihen daher attraktiver. Das drückt den Kurs spürbar. Am Freitag schloss das Edelmetall bei 4.239,70 US-Dollar. Auf Wochensicht steht ein Minus von 2,6 Prozent.

Geopolitik treibt die Inflation

Der Konflikt im Nahen Osten bestimmt weiterhin die Preisbildung. Die Blockade der Straße von Hormuz verteuert Energie weltweit. Das trieb die US-Inflation im Mai auf 4,2 Prozent. Die Zentralbanken stecken in einer Zwickmühle.

Einerseits suchen Anleger in Krisenzeiten sichere Häfen. Andererseits zwingt die hartnäckige Inflation die Notenbanken zu anhaltend hohen Zinsen. Berichte über mögliche Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran brachten am Freitag nur kurze Erleichterung. Der Abwärtstrend der vergangenen Wochen bleibt intakt.

In der neuen Handelswoche tagen drei große Zentralbanken. Die Fed, die Bank of Japan und die Bank of England geben neue Zinssignale. Diese Vorgaben steuern den US-Dollar und damit den Goldkurs. Charttechnisch liegt eine massive Unterstützung bei 4.000 US-Dollar. Auf dem Weg nach oben blockiert der 50-Tage-Durchschnitt bei rund 4.600 US-Dollar schnelle Gewinne.

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