Gold: 5.000 Dollar bis Juni 2027
01.07.2026 - 00:44:24 | boerse-global.de
Der Goldpreis bricht kurzfristig massiv ein. In den vergangenen 30 Tagen verlor das Edelmetall rund 10,5 Prozent an Wert. Aktuell notiert die Unze bei 4.041 US-Dollar. Im Hintergrund schichten globale Zentralbanken jedoch massiv um. Sie kaufen Gold in historischen Mengen.
Zentralbanken im Kaufrausch
Eine aktuelle Umfrage des OMFIF-Instituts unter 90 Zentralbanken offenbart den strategischen Wandel. Die Währungshüter verwalten zusammen ein gigantisches Vermögen. Davon halten mittlerweile 82 Prozent physisches Gold. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 71 Prozent.
Das Ziel: deutlich höhere Kurse. Knapp 61 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarten bis Juni 2027 einen Goldpreis über der Marke von 5.000 US-Dollar. Immer mehr Staaten wenden sich vom US-Dollar ab und beschleunigen diesen Prozess.
Erstmals will eine Mehrheit der Notenbanken den Dollar-Anteil in ihren Reserven langfristig senken. Gold profitiert als sanktionssichere Alternative ohne Gegenparteirisiko. Laut dem World Gold Council kauften staatliche Akteure zuletzt durchschnittlich 1.000 Tonnen pro Jahr. Das entspricht einer Verdopplung gegenüber dem vorangegangenen Jahrzehnt.
Zinssorgen belasten den Kurs
Trotz der staatlichen Käufe steuert Gold auf den stärksten Quartalsverlust seit über einem Jahrzehnt zu. Seit dem Rekordhoch von gut 5.626 US-Dollar im Januar brach der Kurs massiv ein. Händler fürchten weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed. Der Markt preist aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent für einen Zinsschritt im September ein.
Parallel dazu verhandeln die USA und der Iran über Frieden. Das dämpft die Nachfrage nach dem sicheren Hafen. Die Analysten von Goldman Sachs bleiben dennoch optimistisch. Sie rufen ein Kursziel von 4.900 US-Dollar bis Ende 2026 aus. Das fundamentale Interesse der Zentralbanken federt den Verkaufsdruck ab.
Aus technischer Sicht stützt die Marke von 3.857 US-Dollar den aktuellen Kurs. Nach oben blockiert ein lokaler Widerstand bei 4.221 US-Dollar den Weg. Der nächste Impuls für das dritte Quartal folgt in Kürze. Investoren warten auf die anstehenden US-Arbeitsmarktdaten und neue Signale der Fed.
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